XXXL-Kapi­ta­lis­mus

Wer kämpft, kann ver­lie­ren …

B.G. 

Solidaritätsaktion mit XXXL-KollegInnen am 04. Februar 2016, Foto: helmut-roos@web.de

Soli­da­ri­täts­ak­ti­on mit XXXL-Kol­le­gIn­nen am 04. Febru­ar 2016, Foto: helmut-roos@web.de

Am 8. April sol­len die Ver­hand­lun­gen zu einem Inter­es­sen­aus­gleich und Sozi­al­plan bei der Mann­hei­mer Nie­der­las­sung von XXXL abge­schlos­sen wer­den. Damit ist der Kampf bei XXXL mit einer Nie­der­la­ge been­det.

Der Kon­zern konn­te nicht nur sei­ne Kün­di­gungs­po­li­tik - mit Unter­stüt­zung einer Kam­mer des Arbeits­ge­richts Mann­heim unter dem Vor­sitz von „Herrn Rich­ter am Arbeits­ge­richt Dr. Hol­ger Wil­ler“ - durch­set­zen. XXXL konn­te auch den ört­li­chen Betriebs­rat zer­schla­gen und damit des­sen jah­re­lan­gen Wider­stand gegen die Machen­schaf­ten des Möbel­hau­ses bre­chen.

Sicher­lich hat XXXL für sein men­schen­ver­ach­ten­des Vor­ge­hen einen Preis zah­len müs­sen. Vor allem in Form eines mas­si­ven Image­scha­dens weit über die Rhein-Neckar-Regi­on hin­aus.

Den­noch muss spä­tes­tens jetzt mit der Ursa­chen­for­schung für die­se Nie­der­la­ge begon­nen wer­den. Inner­halb von ver.di, aber auch außer­halb. Wenn dies nicht geschieht, wer­den Kon­zer­ne wie XXXL immer aggres­si­ver die Rech­te von Beschäf­tig­ten und ihren Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen aus­höh­len.

Ohne die­ser not­wen­di­gen Bilanz vor­grei­fen zu wol­len, sind zwei ent­schei­den­de Fak­to­ren bereits heu­te erkenn­bar. Ers­tens erlau­ben die herr­schen­den poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen Kon­zer­nen die immer bru­ta­le­re Durch­set­zung eines XXXL-Kapi­ta­lis­mus. Und zwei­tens ver­sagt die zustän­di­ge Gewerk­schaft ver.di bei der Auf­ga­be, den Wider­stand gegen Kon­zer­ne wie XXXL zu orga­ni­sie­ren.

Die zustän­di­gen Funk­tio­nä­rIn­nen auf Bun­des­ebe­ne sehen seit Jah­ren mehr oder weni­ger hilf­los zu, wie der Kon­zern Arbeits­platz- und Betriebs­rats­ver­nich­tung orga­ni­siert und damit die gewerk­schaft­li­che Ver­an­ke­rung zer­stört. Wie zu hören ist, lehn­te die ver.di-Zentrale in Ber­lin Anfang Febru­ar sogar die Durch­füh­rung einer bun­des­wei­ten Pres­se­kon­fe­renz zu dem Skan­dal bei XXXL Mann­heim ab.
Wie heißt es? Wer kämpft, kann ver­lie­ren. Wer nicht kämpft, hat schon ver­lo­ren.

aus der Rhein-Neckar Bei­la­ge zur Avan­ti 243, April 2016
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