But­ter statt Kanonen

Was sonst?

 

U. D.

Der „alte“ Bun­des­tag hat kurz vor dem Ende sei­ner Wahl­pe­ri­ode die „Schul­den­brem­se“ im Grund­ge­setz geän­dert. Mit einem par­la­men­ta­ri­schen Manö­ver haben CDU/CSU und SPD – unter­stützt von den Grü­nen – ein hun­der­te Mil­li­ar­den Euro schwe­res Auf­rüs­tungs- und Infra­struk­tur­pa­ket durch­ge­drückt, das Deutsch­land „kriegs­tüch­tig“ machen soll.

Auf Berliner Straßen, 1945/1946. (Foto: Abraham Pisarek (1901-1983), Deutsche Fotothek, gemeinfrei (CC BY-SA 3.0 DE). Bildbearbeitung: Avanti².)

Auf Ber­li­ner Stra­ßen, 1945/1946. (Foto: Abra­ham Pis­arek (1901-1983), Deut­sche Foto­thek, gemein­frei (CC BY-SA 3.0 DE). Bild­be­ar­bei­tung: Avanti².)

Dabei soll es für die Auf­rüs­tung kei­ne Ober­gren­ze geben. Par­al­lel dazu hat die EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin von der Ley­en ein euro­päi­sches Auf­rüs­tungs­pro­gramm in Höhe von 800 Mil­li­ar­den Euro auf den Weg gebracht.

Neu­er Lack für alte Lügen
Begrün­det wird die­ser Rüs­tungs­wahn­sinn mit dem rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne, die rus­si­schen Expan­si­ons­zie­le Putins und die „neue“ US-Außen­po­li­tik unter Trump, der den „Euro­pä­ern“ nicht wie bis­her mili­tä­risch bei­ste­hen will.

Deutsch­land und Euro­pa müss­ten „kriegs­tüch­tig“ wer­den, um „Frei­heit, Demo­kra­tie und west­li­che Wer­te“ ver­tei­di­gen zu kön­nen. Aber wel­che Wer­te sind gemeint? Die­je­ni­gen, mit denen Trump und Erdo­gan ihre Poli­tik begrün­den? Die­je­ni­gen, mit denen die israe­li­sche Armee in Gaza das paläs­ti­nen­si­sche Volk ver­treibt und ermor­det? Oder die­je­ni­gen, mit denen in Deutsch­land das Men­sch­recht auf Schutz und Asyl besei­tigt wird?

Pan­zer statt Bus­se & Bahn
Die­ses gewal­ti­ge Auf­rüs­tungs­pro­gramm wird in den kom­men­den Jah­ren Deutsch­land und Euro­pa ver­än­dern und in eine Kriegs­wirt­schaft „trans­for­mie­ren“. Gro­ße und klei­ne Fir­men wer­den ihre Pro­duk­ti­on auf pro­fi­ta­ble Rüs­tungs­gü­ter umstel­len, anstatt gesell­schaft­lich sinn­vol­le Güter zu pro­du­zie­ren. Mil­li­ar­den Euro wer­den damit in die Pro­duk­ti­on von Waren flie­ßen, die der Ver­nich­tung die­nen und am Ende selbst zer­stört wer­den. Dies türmt nicht nur immense Schul­den auf, son­dern heizt auch die Infla­ti­on an.

Von Auf­rüs­tung und Krieg pro­fi­tie­ren immer nur die Rei­chen und Kon­zer­ne. Die Zeche zahlt die arbei­ten­de Klas­se mehr­fach. Die Auf­rüs­tung mit Sozi­al­ab­bau, der Ein­schrän­kung ihrer Rech­te und ihres Lebens­stan­dards und den Krieg mit Ver­trei­bung, Flucht, ihrer Gesund­heit und ihrem Leben.

Ostermarsch in Mannheim, 30. März 2024. (Foto: Helmut Roos.)

Oster­marsch in Mann­heim, 30. März 2024. (Foto: Hel­mut Roos.)

Kano­nen statt Butter?“
Der Hit­ler-Faschist Rudolf Heß präg­te 1936 den Spruch „Kano­nen statt But­ter“. Die heu­ti­gen Rüs­tungs­ein­peit­scher „argu­men­tie­ren“ weni­ger plump. Sie haben das Gesamt­pa­ket mit unver- bind­li­chen Zusa­gen sozi­al, öko­lo­gisch und wirt­schaft­lich schön­ge­färbt: 100 Mil­li­ar­den für den Kli­ma­schutz und wei­te­re 100 Mil­li­ar­den für die Län­der und Kom­mu­nen. Aber die kon­kre­te Aus- gestal­tung wird Sache der künf­ti­gen Regie­rung sein. Daher ist völ­lig offen wie, wann, wo und ob über­haupt die­se Gel­der zur Ver­fü­gung stehen.

Doch eines ist schon jetzt klar: Die Auf­rüs­tungs­schul­den müs­sen bezahlt wer­den. Im Gegen­satz zu Merz, Kling­beil und Baer­bock gibt dar­auf der Regie­rungs­be­ra­ter und Prä­si­dent des pro- kapi­ta­lis­ti­schen IFO-Insti­tuts, Fuest, eine ehr­li­che Ant­wort: „Kano­nen und But­ter − das wäre schön, wenn das gin­ge. Aber das ist Schla­raf­fen­land. Das geht nicht. Son­dern Kano­nen ohne But­ter.“ (Zitat nach tageschau.de.)

Sagt NEIN zu Auf­rüs­tung und Krieg
Die Kri­sen des glo­ba­len Kapi­ta­lis­mus ver­tie­fen sich. Dies hat zum Erstar­ken extrem natio­na­lis­ti­scher, auto­ri­tä­rer und faschis­ti­scher Strö­mun­gen und Par­tei­en geführt. Neben Ras­sis­mus und Aus­gren­zung kom­men jetzt noch beschleu­nig­te Auf­rüs­tung und zuneh­men­de Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft hin­zu. Dies alles spitzt die glo­ba­len wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Kon­flik­te mas­siv zu und erhöht dra­ma­tisch die Kriegsgefahr.

Die heu­ti­ge Haupt­ur­sa­che für Auf­rüs­tung und Krieg ist das kapi­ta­lis­ti­sche Welt­sys­tem. Es sichert die Kapi­tal­macht und han­delt im Pro­fit-Inter­es­se von weni­gen, wäh­rend es für Mil­li­ar­den Men­schen nur Elend, Krieg und Tod bereithält.

Dar­um muss der Kampf gegen Auf­rüs­tung, Mili­ta­ris­mus und Kriegs­ge­fahr mit dem Kampf gegen die­ses Pro­fit­sys­tem ver­bun­den wer­den. Nur die Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus und der Auf­bau einer räte­de­mo­kra­ti­schen, öko­lo­gi­schen und sozia­lis­ti­schen Gesell­schaft schafft die Vor­aus­set­zun­gen für glo­ba­len Frieden.

• Orga­ni­sie­ren wir, wo immer wir leben, ler­nen und arbei­ten, den Wider­stand gegen Auf­rüs­tung und Krieg.

• Set­zen wir uns beson­ders in den Gewerk­schaf­ten und der Ar beits­welt für eine inter­na­tio­na­lis­ti­sche Anti­kriegs­po­li­tik ein.

• Unter­stüt­zen wir die Oster­mär­sche und ande­re Aktio­nen der Friedensbewegung.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar April 2025
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