Für Ent­las­tung des Kli­nik­per­so­nals

Mehr von uns ist bes­ser für alle“

M. G.

Die jüngsten Beteiligten am Warnstreik des Uni-Klinikums Heidelberg, 25.01.2018. Foto: Avanti².

Die jüngs­ten Betei­lig­ten am Warn­streik des Uni-Kli­ni­kums Hei­del­berg, 25.01.2018. Foto: Avan­ti².

In den Kli­ni­ken in Deutsch­land feh­len nach Anga­ben von ver.di 162.000 Beschäf­tig­te, davon allein 70.000 in der Pfle­ge. Zwar soll es ab 2019 für „pfle­ge­sen­si­ti­ve Berei­che“ Per­so­nal­un­ter­gren­zen geben. Doch das reicht nicht. Ver.di for­dert gesetz­li­che Vor­ga­ben für alle Pfle­ge­be­rei­che, die sich am Bedarf der Pati­en­tIn­nen ori­en­tie­ren.
Als Sofort­pro­gramm for­dert ver.di, dass auf kei­ner Schicht mehr allei­ne gear­bei­tet wird und Pra­xis­an­lei­te­rIn­nen für die Aus­bil­dung frei­ge­stellt wer­den. Das erfor­dert 20.000 zusätz­li­che Voll­zeit­stel­len, die umge­hend zu schaf­fen sind. Und für alle Beschäf­tig­ten – nicht nur in der Pfle­ge – for­dert die Gewerk­schaft Ent­las­tung durch bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in den Kli­ni­ken. Nie­mand dür­fe durch die Arbeit krank wer­den. Das sicher­zu­stel­len, sei die Ver­ant­wor­tung der Kran­ken­haus­lei­tun­gen.
Ver.di will den Druck auf die Poli­tik und die Kli­nik­un­ter­neh­men auf drei Ebe­nen ver­stär­ken:

• Poli­tisch: Mehr Per­so­nal soll per Gesetz fest­ge­schrie­ben wer­den, um die Ver­sor­gung der Pati­en­tIn­nen zu sichern.
• Betrieb­lich: Die Beschäf­tig­ten sol­len gemein­sam han­deln und ihre Rech­te aus dem Arbeits­schutz­ge­setz und den Ta rif­ver­trä­gen ein­for­dern.
• Tarif­lich: Die Kli­nik­un­ter­neh­men sol­len ver­pflich­tet wer den, „gute Arbeit“ durch­zu­set­zen.

Die Bewe­gung für einen Tarif­ver­trag Ent­las­tung ist mitt­ler­wei­le auch in der Rhein-Neckar- Regi­on ange­kom­men. Am 25. Janu­ar betei­lig­ten sich rund 1.000 Kol­le­gIn­nen am Warn­streik des Uni-Kli­ni­kums Hei­del­berg. Mit dabei waren Dele­ga­tio­nen des Pfle­ge­per­so­nals aus Frei­burg, Mann­heim und dem Saar­land sowie unter ande­rem Kol­le­gIn­nen der IG Metall und des Über­be­trieb­li­chen Soli­da­ri­täts­ko­mi­tees Rhein-Neckar. Die­se bran­chen­über­grei­fen­de Soli­da­ri­tät ist noch stark aus­bau­bar.
Auch für die Pfle­ge gilt: Ohne sys­te­ma­ti­sche und öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aus­wei­tung der Arbeits­kampf­maß­nah­men wird sich am Ver­hand­lungs­tisch wenig bewe­gen.

aus der Rhein-Neckar Bei­la­ge zur Avan­ti Febru­ar 2018

 

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