Nur wer kämpft, kann gewin­nen!

Warnstreikkundgebung der IG Metall auf dem Mannheimer Marktplatz am 24.01.2018. Foto: helmut-roos@web.de.

B. G.

Der vor­läu­fi­ge Abbruch der Tarif­ver­hand­lun­gen zwi­schen IG Metall (IGM) und Süd­west­me­tall am 27. Janu­ar in Stutt­gart kam für vie­le über­ra­schend. Hat­ten doch die Nacht­ge­sprä­che der bei­den Sei­ten eher einen Abschluss als eine wei­te­re Eska­la­ti­on erwar­ten las­sen. Zudem gab es bis dahin meh­re­re Kom­pro­miss­ver­su­che der Gewerk­schaft.
Laut Stutt­gar­ter Zei­tung vom 28.01.18 sag­te der IGM- Vor­sit­zen­de Hof­mann, dass die IG Metall den Unter­neh­mern bei der Arbeits­zeit weit ent­ge­gen­ge­kom­men sei. Die Gewerk­schaft „sei zu einer ‚deut­li­chen Aus­wei­tung der Mög­lich­kei­ten von Arbeit­ge­ber­fle­xi­bi­li­tät‘ und der ‚wirk­sa­men Begren­zung von Betriebs­rats­mit­be­stim­mung‘ bereit gewe­sen. Die Gegen­sei­te hät­te den Vor­schlag ‚vom Tisch gewischt‘.“

Süd­west­me­tall-Ver­tre­ter Wolf und Gesamt­me­tall-Prä­si­dent Dul­ger sahen die Schuld an der Nicht­ei­ni­gung natür­lich bei der IGM.
Die Gewerk­schaft kün­dig­te noch am 27.01.2018 24-stün­di­ge Warn­streiks in rund 250 Betrie­ben aller Tarif­ge­bie­te an, 70 davon in Baden-Würt­tem­berg und 4 in Mann­heim (Benz, Cater­pil­lar, John Deere und Wab­co). Gleich­zei­tig unter­strich Hof­mann aber, dass man hof­fent­lich am ers­ten Febru­ar-Wochen­en­de wie­der „am Ver­hand­lungs­tisch sit­zen“ wer­de. Des­halb sind bis­her die Tarif­ver­hand­lun­gen auch nicht für geschei­tert erklärt.
Regio­nal­ver­bän­de von Gesamt­me­tall ver­su­chen mitt­ler­wei­le auf Anwei­sung des Dach­ver­ban­des, die angeb­lich „rechts­wid­ri­gen Streiks“ der Gewerk­schaft per Arbeits­ge­richt zu ver­bie­ten. Offen­sicht­lich wol­len die Kapi­ta­lis­ten in die­ser Tarif­run­de nicht nur aus­lo­ten, wie weit die IG Metall hand­lungs­fä­hig und -wil­lig ist, son­dern ob sie das begrenz­te Streik­recht in der Bun­des­re­pu­blik noch wei­ter ein­schrän­ken kön­nen.
Das Bes­te, was der IG Metall und allen Gewerk­schaf­ten hier­zu­lan­de pas­sie­ren könn­te, ist des­halb das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen. Dies wäre die Vor­aus­set­zung für eine Urab­stim­mung über den Flä­chen­streik. Die IG Metall-Füh­rung und die Kapi­ta­lis­ten wür­den danach sehr schnell mer­ken, dass sich durch einen Arbeits­kampf Kräf­te­ver­hält­nis­se auch am Ver­hand­lungs­tisch spür­bar zuguns­ten der Gewerk­schafts­mit­glie­der ver­än­dern. Denn: Nur wer kämpft, kann gewin­nen!

aus der Rhein-Neckar Bei­la­ge zur Avan­ti Febru­ar 2018
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