GE: „…das bit­te­re Ende der His­to­rie“

Protesttransparent an der Halle 25 in Käfertal - von GE noch im Jahr 2016 entfernt. Foto: Avanti²

H. N.

Am 6. Febru­ar 2017 fand die Unter­zeich­nung eines „Inter­es­sen­aus­gleichs und Sozi­al­plans“ bei Gene­ral Electric (GE) statt. Mit der Zustim­mung des Kon­zern­be­triebs­rats von GE zu die­ser Ver­ein­ba­rung hat sich das Manage­ment des US-Kon­zerns im Kampf um die Arbeits- und Aus­bil­dungs­lät­ze durch­ge­setzt.

Dem Abbau von über 1000 Stel­len allein im tra­di­ti­ons­rei­chen Mann­hei­mer Werk und der Schlie­ßung der Pro­duk­ti­on von Gas- und Dampf­tur­bi­nen vor­aus­sicht­lich bis Ende 2017 / Anfang 2018 steht nun nichts mehr im Weg. Zudem ist der Boden berei­tet für die Ver­la­ge­rung und Ver­nich­tung der rest­li­chen Arbeits­plät­ze in den Berei­chen Kraft­werks­ser­vice und Ent­wick­lung von Dampf­tur­bi­nen.

Zwar gibt es für die Kol­le­gIn­nen, deren beruf­li­che Exis­tenz jetzt zer­stört wird, Abfin­dungs­re­ge­lun­gen und die Mög­lich­keit in „Tran­fer­ge­sell­schaf­ten“ zu wech­seln. Angeb­lich kos­tet GE der „Sozi­al­plan“ rund 500 Mil­lio­nen Euro. Aber dies ist ein Klacks für den Kon­zern, der allein durch dubio­se Deals zur „Steu­er­ver­mei­dung“ in der Schweiz 1,5 Mil­li­ar­den Schwei­zer Fran­ken „ein­ge­spart“ hat.

Die Maß­nah­men von GE bedeu­ten zum einen die skru­pel­lo­se Ver­nich­tung von sel­te­nen Fähig­kei­ten, lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen und indus­tri­el­lem Wis­sen nicht nur im kon­ven­tio­nel­len Kraft­werks­bau. Zum ande­ren – und vor allem – ermög­li­chen sie die end­gül­ti­ge Zer­stö­rung einer sehr rar gewor­de­nen Tra­di­ti­on und den­noch leben­di­gen Kul­tur des gewerk­schaft­li­chen Wider­stands und der Soli­da­ri­tät.

Unter dem Strich ist das eine sehr bit­te­re Nie­der­la­ge für die Beleg­schaft, ihre betrieb­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung und ihre Gewerk­schaft – die IG Metall.
Es ist höchs­te Zeit für alle poli­tisch und gewerk­schaft­lich Akti­ven, gründ­lich die poli­ti­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Leh­ren aus die­sem Desas­ter zu zie­hen. Ansons­ten wer­den sich die Metho­den des Klas­sen­kampfs nach Art des Hau­ses GE auch in ande­ren Betrie­ben immer stär­ker durch­set­zen.

aus der Rhein-Neckar Bei­la­ge zur Avan­ti März 2017
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