Wer ist der Grüns­te im gan­zen Land?

Kapi­ta­lis­mus grün­wa­schen oder bekämp­fen?

Internationale Klimastreikdemo in Aachen, 21. Juni 2019 (Foto: Avanti²)

Inter­na­tio­na­le Kli­ma­st­reik­de­mo in Aachen, 21. Juni 2019 (Foto: Avan­ti²)

F. B.

Die Bewe­gung „Fri­days for Future“ hat fri­schen Wind in die Kli­ma­de­bat­te gebracht. Die herr­schen­de Klas­se ist mit­samt der ihr die­nen­den Kas­te der Berufs­po­li­ti­ke­rIn­nen auf­ge­schreckt wor­den. Die Umfra­ge­wer­te für die Grü­nen tun ein Übri­ges. Mitt­ler­wei­le ist ein hef­ti­ger Wett­be­werb im Land des Export­welt­meis­ters ent­brannt. Frei nach dem Mot­to: Wer ist der/die Grüns­te im gan­zen Land. Sogar Kanz­le­rin Mer­kel (CDU) schwärmt nun von Gre­ta Thun­berg.

Nur die blau­en Brau­nen von der „A“fD blei­ben krupp­stäh­lern bei der Leug­nung des Kli­ma­wan­dels, denn die Erde ist ja eine Schei­be …

Dabei ist ja alles schon längst recht klar. Bereits im Jahr 1956 hat das Time Maga­zi­ne auf War­nun­gen des US-Kli­ma­for­schers Roger Revel­le auf­merk­sam gemacht. Anhal­ten­de CO2-Emis­sio­nen, so Revel­le, könn­ten etwa 50 Jah­res spä­ter mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf das Kli­ma haben. Das Abschmel­zen der grön­län­di­schen und ant­ark­ti­schen Eis­schil­de als Ergeb­nis der ver­stärk­ten glo­ba­len Erwär­mung wür­den eine Kat­stro­phe zur Fol­ge haben – näm­li­chen den glo­ba­len Anstieg der Mee­res­spie­gel.

Seit­dem haben unzäh­li­ge wis­sen­schaft­li­che For­schun­gen nicht nur das dro­hen­de Sze­na­rio einer ver­hee­ren­den Kli­ma­ka­ta­stro­phe bestä­tigt, son­dern auch die Fra­ge nach ihrer Ver­mei­dung gestellt.

Pas­siert ist jedoch wenig. Schließ­lich ist es im vor­herr­schen­den Wahn des fun­da­men­ta­lis­ti­schen Markt­glau­bens ein Tabu, die Logik der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­fit­ma­xi­mie­rung in Fra­ge zu stel­len.

Genau das aber ist erfor­der­lich. Lau­ter und kon­se­quen­ter denn je und nicht nur am 20. Sep­tem­ber, dem inter­na­tio­na­len Kli­ma­st­reik­tag!

Ohne die Über­win­dung des kon­zern­ge­steu­er­ten Kapi­ta­lis­mus und sei­ne Erset­zung durch ein demo­kra­tisch geplan­tes, ein sozi­al und öko­lo­gisch aus­ge­rich­te­tes Wirt­schafts­sys­tem wird das nicht gelin­gen.

Dazu braucht es nicht nur eine star­ke welt­wei­te außer­par­la­men­ta­ri­sche Bewe­gung, son­dern ein anti­ka­pi­ta­lis­ti­sches Pro­gramm, eine mobi­li­sie­ren­de Stra­te­gie und eine wirk­sa­me, orga­ni­sier­te Gegen­macht der gro­ßen Mehr­heit. Die Zeit läuft.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Sep­tem­ber 2019
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