Rechts­ruck und kapi­ta­lis­ti­sche Angif­fe - Was tun?

Wer vom Kapi­ta­lis­mus nicht reden will, soll vom Faschis­mus schwei­gen!”

(Poli­ti­sche Reso­lu­ti­on der ISO Teil III)

 

Wir ver­öf­fent­li­chen hier wei­te­re Abschnit­te aus der Poli­ti­schen Reso­lu­ti­on der ISO zum The­ma „Unse­re Schwer­punk­te“.
Die ers­ten bei­den Tei­le die­ses Tex­tes haben wir in der Avan­ti² von Febru­ar und von März 2017 ver­öf­fent­licht. Hier folgt nun der drit­te Teil. Den Schluss der Reso­lu­ti­on kön­nen wir aus Platz­grün­den erst in unse­rer Mai-Aus­ga­be ver­öf­fent­li­chen.

Wir wis­sen, dass wir kei­ne voll­stän­di­gen Ant­wor­ten auf die wich­ti­gen neue­ren Her­aus­for­de­run­gen haben, auf die wir uns im Fol­gen­den bezie­hen. Dar­um stel­len wir uns die Auf­ga­be, unse­re Posi­tio­nen ins­be­son­de­re zur lin­ken Alter­na­ti­ve zur EU, zur Flücht­lings­po­li­tik, zur revo­lu­tio­nä­ren Stra­te­gie heu­te wei­ter­zu­ent­wi­ckeln – in den eige­nen Rei­hen und im Dia­log mit ande­ren anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Kräf­ten.
1. Im kom­men­den Jahr fin­den zwei für die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen in Deutsch­land wich­ti­ge Wah­len statt, die Land­tags­wah­len in NRW und die Bun­des­tags­wahl. Bei bei­den kommt es dar­auf an, den Auf­wärts­trend der AfD zu bre­chen, indem beson­ders ihr Zustrom aus gewerk­schaft­lich Orga­ni­sier­ten und den ärme­ren Schich­ten der Bevöl­ke­rung gestoppt wird. Dabei kann es nicht nur dar­um gehen, ihr auf dem Wahl­zet­tel eine Abfuhr zu ertei­len.
Eine lin­ke Par­tei, die in Koali­ti­ons­re­gie­run­gen auf Lan­des- und kom­mu­na­ler Ebe­ne im wesent­li­chen das Elend von Jahr­zehn­ten neo­li­be­ra­ler Poli­tik ver­wal­tet, wird nicht in der Lage sein, eine grund­le­gen­de Wen­de zum Bes­se­ren ein­zu­lei­ten. Bes­ten­falls sorgt sie damit dafür, dass sich wei­te­re Wäh­ler­schich­ten von der Poli­tik abwen­den, schlimms­ten­falls pro­fi­tiert die AfD davon.


 [Außer­par­la­men­ta­ri­sche Mobil­sie­run­gen gegen rechts]
Gegen rechts braucht es brei­te außer­par­la­men­ta­ri­sche Mobi­li­sie­run­gen, die ent­schie­den für die Ver­tei­di­gung der Flücht­lin­ge und Migran­tIn­nen ein­tre­ten. Wir beto­nen dabei die Ver­ant­wor­tung der markt­ra­di­ka­len Poli­tik und der Gro­ßen Koali­ti­on für das ver­ro­hen­de gesell­schaft­li­che Kli­ma. Wir for­dern offe­ne Gren­zen, eine radi­ka­le Umver­tei­lung des gesell­schaft­li­chen Reich­tums von oben nach unten, die Rück­nah­me der Pri­va­ti­sie­run­gen und den mas­si­ven Aus­bau der ver­nach­läs­sig­ten, öffent­li­chen Infra­struk­tur (Woh­nun­gen, Schu­len, kos­ten­lo­se Spiel- und Sport­ein­rich­tun­gen, Aus­bau stadt­teil­na­her kul­tu­rel­ler Ange­bo­te, ein sank­ti­ons­frei­es Exis­tenz­mi­ni­mum, die Anhe­bung des Min­dest­lohns und eine dras­ti­sche Arbeits­zeit­ver­kür­zung).
Für beson­ders wich­tig hal­ten wir, dem von der radi­ka­len Rech­ten ver­sprüh­ten ras­sis­ti­schen Gift in der Arbei­te­rIn­nen­klas­se eine an Klas­sen­in­ter­es­sen ori­en­tier­te Poli­tik ent­ge­gen­zu­set­zen. Dazu unter­stüt­zen wir, wo immer es mög­lich ist, gemein­sa­me Kämp­fe von Flücht­lin­gen, Migran­tIn­nen, Pre­kä­ren und den nicht pre­kä­ren Schich­ten der Lohn­ab­hän­gi­gen in den Stadt­tei­len wie in den Betrie­ben. Letzt­lich kann nur die Zusam­men­füh­rung der Flücht­lin­ge, der Migran­tIn­nen und der beson­ders benach­tei­lig­ten Deut­schen mit der Gewerk­schafts­be­we­gung zum gemein­sa­men Kampf für soli­da­ri­sche Lösun­gen die Lage nach­hal­tig zum Bes­se­ren wen­den.
Im Kampf gegen Rechts unter­stüt­zen wir lokal jene Bünd­nis­se und Initia­ti­ven, die auf eine brei­test mög­li­che Ein­heit aller anti­fa­schis­ti­schen Kräf­te ori­en­tie­ren. Die Hofie­rung der AfD als „nor­ma­le Par­tei“ leh­nen wir eben­so ab, wie die Beschrän­kung ihrer Abwehr auf insti­tu­tio­nel­les Vor­ge­hen. Wir tre­ten für mög­lichst breit getra­ge­ne Demons­tra­tio­nen und eine Viel­zahl von Akti­ons­for­men (z. B. Blo­cka­den) ein. Da staat­li­che Orga­ne erfah­rungs­ge­mäß in viel­fa­cher Wei­se mit rech­ten Grup­pen ver­bun­den sind, ste­hen für uns in ers­ter Linie der soli­da­ri­sche gemein­sa­me Selbst­schutz und der Schutz der Flücht­lin­ge im Vor­der­grund.

[Fort­set­zung folgt.]

aus der Rhein-Neckar Bei­la­ge zur Avan­ti April 2017
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