Vor 100 Jah­ren Ein­heit der radi­ka­len Linken

 

M. G.

Ende 1920 gelang die Ver­ei­ni­gung des größ­ten Teils der organ­sier­ten radi­ka­len Lin­ken in einer Partei.

Flug­blatt der USPD zu den Reich­tags­wah­len am 6. Juni 1920 (Nach­druck aus den 1970er Jah­ren). [Abbildung:Privatarchiv]

Zuvor konn­te im Früh­jahr der rechts­ex­tre­me Kapp-Putsch durch den bis­her mas­sivs­ten Gene­ral­streik der deut­schen Geschich­te abge­wehrt wer­den. Der Gewerk­schafts­füh­rer Legi­en schlug dar­auf­hin die Bil­dung einer Arbei­ter­re­gie­rung vor. Dazu kam es zwar nicht, aber die Ein­heits­ten­den­zen der radi­ka­len Lin­ken wur­den durch die hef­ti­gen Klas­sen­kämp­fe die­ses Jah­res gefördert.

Beim USPD-Par­tei­tag vom Okto­ber 1920 in Hal­le stimm­te eine gro­ße Mehr­heit der Dele­gier­ten für den Anschluss an die III. Inter­na­tio­na­le. Dies hat­te die Spal­tung der USPD zur Fol­ge. Die Mehr­heit der Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten und Haupt­amt­li­chen führ­te zunächst die USPD fort.

Eine Min­der­heit der Füh­rung und die gro­ße Mehr­heit der Par­tei­mit­glied­schaft schlos­sen sich jedoch Anfang Dezem­ber mit der viel klei­ne­ren KPD zur Ver­ei­nig­ten Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Deutsch­lands (VKPD) zusam­men. Dadurch ent­stand die mit rund 450.000 Mit­glie­dern bis­her größ­te revo­lu­tio­nä­re Par­tei in Deutsch­land. Aller­dings blieb die Par­tei durch schar­fe inter­ne Frak­ti­ons­kämp­fe belastet.

Die Büro­kra­ti­sie­rung der Sowjet­uni­on und der III. Inter­na­tio­na­le bewirk­te ab Mit­te der 1920er Jah­re auch die sta­li­nis­ti­sche Wand­lung der KPD. Ange­sichts des Auf­schwungs der NSDAP ab 1929 hat­te dies ver­hee­ren­de Fol­gen: Die KPD ver­sag­te bei der Bil­dung einer Ein­heits­front eben­so wie SPD und Gewerk­schaf­ten. Dadurch wur­de der Weg in die faschis­ti­sche Dik­ta­tur 1933 end­gül­tig geebnet.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Okto­ber 2020
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