Jür­gen Haber­mas (1929-2026)

 

Hel­mut Dahmer

Nach der Nie­der­schla­gung der deut­schen Revo­lu­ti­on von 1918, die – im Ver­ein mit der rus­si­schen von 1917 – dem Gemet­zel des Ers­ten Welt­kriegs ein Ende gemacht hat­te, ver­ein­bar­ten 1923 die Freun­de des ver­mö­gen­den Felix Weil (Jg. 1898) – Fried­rich Pol­lock (Jg. 1894), Max Hork­hei­mer (Jg. 1895) und Karl Korsch (Jg. 1886) –, in Frank­furt ein Insti­tut „zur Erfor­schung des Mar­xis­mus“ zu grün­den. Zudem beschlos­sen sie – in Zusam­men­ar­beit mit David Rjas­anows Mos­kau­er Mar­xis­mus-Insti­tut – eine zuver­läs­si­ge, 45-bän­di­ge Edi­ti­on der ver­öf­fent­lich­ten und nach­ge­las­se­nen Schrif­ten von Marx und Engels her­aus­zu­ge­ben.1

Jürgen Habermas im Jahr 2014.. (Foto: Európa Pont, gemeinfrei - CC BY 2.0.)

Jür­gen Haber­mas im Jahr 2014.. (Foto: Euró­pa Pont, gemein­frei - CC BY 2.0.)

Der gro­ße Krieg hat­te sie ver­stört, die Revo­lu­ti­on hat­te ihre Hoff­nung auf eine alter­na­ti­ve, freie­re Form von Ver­ge­sell­schaf­tung geweckt. Von der Arbeit ihres unab­hän­gi­gen „Insti­tuts für Sozi­al­for­schung“ erwar­te­ten sie, dass es – ori­en­tiert an Marx’ His­to­ri­schem Mate­ria­lis­mus – neue Erkennt­nis­se zur Geschich­te der kapi­ta­lis- tischen Gesell­schafts­for­ma­ti­on und der inter­na­tio­na­len Arbei­ter­be­we­gung erar­bei­ten, publi­zie­ren und zu einem bes­se­ren Ver­ständ­nis öko­no­mi­scher Kri­sen und poli­ti­scher Men- tali­tä­ten bei­tra­gen würde.

Max Hork­hei­mers Projekt
Seit 1931 bestimm­te Max Hork­hei­mer die For­schungs­rich­tung des Insti­tuts, und ihm war es auch zu ver­dan­ken, dass eini­ge Mit­ar­bei­ter sich nicht nur mit der Geschich­te von Phi­lo­so­phie, Öko­no­mie und Sozio­lo­gie, son­dern auch mit der Freud­schen Psy­cho­ana­ly­se ver­traut mach­ten.2 Sie alle wur­den als­bald von den Nazis aus Deutsch­land ver­trie­ben. Ben­ja­min nahm sich auf der Flucht an der spa­ni­schen Gren­ze das Leben, Mar­cu­se und Löwen­thal blie­ben auch nach Kriegs­en­de 1945 in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten; Hork­hei­mer und Ador­no kehr­ten 1949 zurück nach West­deutsch­land, um nach Mög­lich­keit zumin­dest eine Min­der­heit der Nach­kriegs­ju­gend gegen ein Wie­der­auf­le­ben des Faschis­mus zu immunisieren.

1937 ver­öf­fent­lich­te Hork­hei­mer in der vom Insti­tut her­aus­ge­ge­be­nen Zeit­schrift für Sozi­al­for­schung einen (bald berühmt gewor­de­nen) Auf­satz mit dem Titel „Tra­di­tio­nel­le und kri­ti­sche Theo­rie“, in dem er das Para­dig­ma der tra­di­tio­nel­len Natur­wis­sen­schaf­ten auf Des­car­tes, das der kri­ti­schen auf Marx, näm­lich auf des­sen –1867, im I. Band sei­nes Haupt­werks, Das Kapi­tal, – ent­wi­ckel­te Kri­tik der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se zurück­führ­te (ohne Marx’ kri­ti­sches Ver­fah­ren näher zu erläu­tern). „Der zwie­späl­ti­ge Cha­rak­ter des gesell­schaft­li­chen Gan­zen in sei­ner aktu­el­len Gestalt ent­wi­ckelt sich bei den Sub­jek­ten des kri­ti­schen Ver­hal­tens zum bewuss­ten Wider­spruch“, schrieb Hork­hei­mer (1937, S. 181) in sei­nem New Yor­ker Exil. Die Kri­tik an der (Welt-)Gesellschaft – im Gefol­ge von deren Kri­se tota­li­tä­re Regime auf­ka­men, deren Zusam­men­stoß die Bar­ba­rei des Zwei­ten Welt­kriegs ent­fes­sel­te –, wur­de in den drei­ßi­ger und vier­zi­ger Jah­ren von den Sozi­al­wis­sen­schaft­lern im Umkreis des exi­lier­ten Frank­fur­ter Insti­tuts in einer Rei­he von bemer­kens­wer­ten Publi­ka­tio­nen ent­fal­tet.3

Die erhel­len­de und befrei­en­de Kri­tik der tra­di­tio­nel­len Meta­phy­sik und Reli­gi­on ging auf den deut­schen Auf­klä­rer Kant zurück, des­sen Schü­ler und Nach­fol­ger (Fich­te und Hegel) eine idea­lis­ti­sche Dia­lek­tik von Welt­geist und Natur­ge­schich­te ent­war­fen. Schel­ling, ein Mit­strei­ter Hegels, wur­de zu des­sen ers­tem Kri­ti­ker und gab der Dia­lek­tik eine mate­ria­lis­ti­sche Wen­dung. Sein Schü­ler, Lud­wig Feu­er­bach, ent­wi­ckel­te die­sen Ansatz wei­ter zu einer „anthro­po­lo­gi­schen“ Kri­tik des Hegel­schen Idea­lis­mus’ und der Religion(en).4

Erstes Seminar des Instituts in Geraberg, Mai 1923.  (Foto:Gemeinfrei - CC BY-SA 3.0.)

Ers­tes Semi­nar des Insti­tuts in Gera­berg, Mai 1923. (Foto:Gemeinfrei - CC BY-SA 3.0.)

Marx und Freud wie­der­um waren Schü­ler Feu­er­bachs; der eine ent­wi­ckel­te aus des­sen Hegel- und Reli­gi­ons­kri­tik eine revo­lu­tio­nä­re Kri­tik der zeit­ge­nös­si­schen Öko­no­mie, der ande­re drei Jahr­zehn­te spä­ter eine eben­falls umstür­zen­de Kri­tik der zeit­ge­nös­si­schen Psy­cho­lo­gie.5 Die bei­den kri­ti­schen Theo­rien dien­ten der Ana­ly­se rät­sel­haf­ter „Insti­tu­tio­nen“ der Sozi­al- oder Kul­tur-Geschich­te bezie­hungs­wei­se der ihnen ent­spre­chen­den und von ihnen gepräg­ten indi­vi­du­el­len Lebens­ge­schich­ten. Marx woll­te Mehr­wert, Geld und Waren­tausch ver­ste­hen und ver­ständ­lich machen, Freud Psy­cho­neu­ro­sen und Träu­me. Marx begrün­de­te eine neue Art von Sozi­al­ge­schich­te, Freud schrieb Kul­tur­ge­schich­te als Seelengeschichte.

Haber­mas und die „Frank­fur­ter Schule“
Haber­mas, der über Schel­ling pro­mo­viert und sei­ne jour­na­lis­ti­sche Kar­rie­re 1953 mit einer Kri­tik an dem in (West-) Deutsch­land und Frank­reich nach 1945 gefei­er­ten anti­se­mi­tisch-pro­fa­schis­ti­schen Meis­ter­den­ker Heid­eg­ger eröff­net hat­te, kam 1956 zur inzwi­schen so genann­ten „Frank­fur­ter Schu­le“ und arbei­te­te zunächst ein­mal drei Jah­re als Assis­tent Ador­nos im neu errich­te­ten Frank­fur­ter Insti­tut für Sozi­al­for­schung. 1956 lern­te er dort auch Her­bert Mar­cu­se ken­nen, der im Rah­men einer Vor­le­sungs­rei­he zu Freuds 100. Geburts­tag sprach. Haber­mas mach­te sich als­bald das an Hegel (und Freud) ori­en­tier­te „unor­tho­do­xe“ Marx-Ver­ständ­nis der Frank­fur­ter Den­ker zu eigen, das er in der Fol­ge in Aus­ein­an­der­set­zung mit tra­di­tio­nel­ler und zeit­ge­nös­si­scher Phi­lo­so­phie, Wis­sen­schafts­theo­rie, Psy­cho­lo­gie, Sprach- und Rechts­phi­lo­so­phie stets wie­der modi­fi­zier­te, erwei­ter­te und erneu­er­te.6

Marx und Engels hat­ten in ihrer kri­ti­schen Schrift Die deut­sche Ideo­lo­gie (1845/46, S. 20 f. und S. 28-34) die gesell­schaft­li­che Arbeit bzw. Pro­duk­tiv­kraft als den­je­ni­gen Fak­tor ange­setzt, der den Zusam­men­hang der Gesell­schaft – ihre Syn­the­sis – und ihre his­to­ri­sche Ent­wick­lung stif­tet. Unter den Arbeits-Begriff sub­su­mier­ten sie die kör­per­li­che Orga­ni­sa­ti­on der arbei­ten­den Men­schen, die Erzeu­gung von Werk­zeu­gen, die Ent­wick­lung neu­er Bedürf­nis­se, Fort­pflan­zung, Arbeits- orga­ni­sa­ti­on und Arbeits­tei­lung sowie die Sprache … 
Haber­mas, dem sozio­lo­gi­schen Kri­ti­ker der idea­lis­ti­schen Sub­jekt- und Bewusst­seins-Phi­lo­so­phie, erschien die Unter­ord­nung von Spra­che unter Arbeit als eine instru­men­ta­lis­ti­sche Ver­en­gung der Sozio­lo­gie. Ange­mes­se­ner schien es ihm 1981, ori­en­tiert an den Sprach­theo­rien von Witt­gen­stein, Aus­tin und Sear­le, das „kom­mu­ni­ka­ti­ve Han­deln“ ins Zen­trum der Gesell­schafts­theo­rie zu rücken.

Horkheimer, Adorno und Habermas (hinten rechts) in Heidelberg, 1964. (Foto: Jjshapiro, gemeinfrei -CC BY-SA 3.0.)

Hork­hei­mer, Ador­no und Haber­mas (hin­ten rechts) in Hei­del­berg, 1964. (Foto: Jjs­ha­pi­ro, gemein­frei -CC BY-SA 3.0.)

Als Welt­bür­ger und „Ver­fas­sungs­pa­tri­ot“ ver­tei­dig­te Haber­mas den demo­kra­ti­schen Über­bau der zwei­ten deut­schen par­la­men­ta­ri­schen Repu­blik (mit Gewal­ten­tei­lung, Men­schen­rechts­ga­ran­tien und einer wie immer ein­ge­schränk­ten Öffent­lich­keit), deren Grund­la­ge die vor­de­mo­kra­tisch ver­fass­te, mono- polis­ti­sche Wirt­schaft ist. Das Haupt­pro­blem der Ent­wick­lung der (ver­ei­nig­ten) Bun­des­re­pu­blik sah er 2022 in der Expan­si­on der geld- und macht­zen­trier­ten, an Nut­zen­kal­kü­len instru­men­tel­ler Ver­nunft ori­en­tier­ten Sys­te­me auf eben die­se, von kom­mu­ni­ka­ti­ver Ver­stän­di­gung durch­wirk­te sozia­le Lebens­welt. Haber­mas’ Ver­trau­en auf die der Spra­che und dem Dia­log inne­woh­nen­de Ver­nunft moti­vier­te ihn, sich auch in Situa­tio­nen, in denen ande­ren Intel­lek­tu­el­len (zumal beam­te­ten Pro­fes­so­ren) die Spra­che weg­blieb, öffent­lich zu Wort zu mel­den, auch wenn er bei Hörern und Lesern nicht Bei­fall fand, son­dern auf her­be Kri­tik stieß.

Haber­mas inter­ve­nier­te: Vom „Posi­ti­vis­mus-Streit“ der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler zum „His­to­ri­ker-Streit“ (in dem es um die Ver­harm­lo­sung des Holo­causts, also um die „Ver­schö­ne­rung“ der deut­schen Natio­nal­ge­schich­te ging), von der Ermor­dung Ben­no Ohnes­orgs zum „Deut­schen Herbst“ und wei­ter zur Asyldebatte …

Haber­mas und 1968
Das gemein­sa­me Ziel der nach­ho­len­den, inter­na­tio­na­len Pro­test­be­we­gung der Gene­ra­ti­on von 1968 gegen die tota­li­tä­ren Regime und den Zwei­ten Welt­krieg war der Kampf gegen den Krieg der USA in Viet­nam. Im post­fa­schis­ti­schen (West-)Deutsch- land ging es zudem um den Ver­such, das ver­bis­se­ne Schwei­gen der älte­ren Gene­ra­ti­on auf­zu­bre­chen, die sich 1945 in die kol­lek­ti­ve Ver­leug­nung der NS-Zeit geflüch­tet hat­te. Theo­re­tisch flan­kiert wur­de der Pro­test der deut­schen anti­au­to­ri­tä­ren Stu­den­ten und Schü­ler durch zwei „Frank­fur­ter“ Ver­öf­fent­li­chun­gen: Mar­cu­ses One-dimen­sio­nal Man erschien 1964, Haber­mas’ Erkennt­nis und Inter­es­se 1968.

Mar­cu­se hat­te bereits 1955 das ver­brei­te­te (auch von Freud selbst geteil­te) Miss­ver­ständ­nis kor­ri­giert, bei der Wis­sen­schaft vom Unbe­wuss­ten han­de­le es sich um eine „Natur­wis­sen­schaft“, und dar­ge­legt, dass es sich dabei viel­mehr um eine Gestalt der Phi­lo­so­phie han­de­le, und zwar um eine „radi­kal kri­ti­sche“.7

Vietnamkongress in Westberlin, 17. Februar 1968. (Foto: Stiftung Haus der Geschichte, gemeinfrei - CC BY-SA 2.0.)

Viet­nam­kon­gress in West­ber­lin, 17. Febru­ar 1968. (Foto: Stif­tung Haus der Geschich­te, gemein­frei - CC BY-SA 2.0.)

Haber­mas unter­schied 1968 drei „erkennt­nis­lei­ten­de Inter­es­sen“, das tech­ni­sche der erklä­ren­den Natur­wis­sen­schaf­ten, das her­me­neu­ti­sche der ver­ste­hen­den Geis­tes­wis­sen­schaf­ten und das eman­zi­pa­to­ri­sche der kri­ti­schen Wis­sen­schaf­ten. Hat­te Hork­hei­mer auf die Marx­sche Kri­tik der Mehr­wert-Theo­rien als auf deren Modell ver­wie­sen, so zeich­ne­te Haber­mas nun (im III. Teil von Erkennt­nis und Inter­es­se) die Psy­cho­ana­ly­se als den Pro­to­typ kri­ti­scher Wis­sen­schaf­ten aus, weil in der Freud­schen The­ra­pie und Theo­rie Erkennt­nis und Inter­es­se zusam­men­fal­len: „In der Selbst­re­fle­xi­on gelangt eine Erkennt­nis um der Erkennt­nis wil­len mit dem Inter­es­se an Mün- dig­keit zur Deckung …“ (S. 244).

Die bei­den kri­ti­schen Theo­rien – der Marx­sche his­to­ri­sche wie der Freud­sche bio­lo­gi­sche Mate­ria­lis­mus (der zum his­to­ri­schen ten­diert) – die­nen der Ana­ly­se (oder Ent­zau­be­rung) rät­sel­haf­ter „Insti­tu­tio­nen“ der kol­lek­ti­ven Sozi­al­ge­schich­te bezie­hungs­wei­se der ihr kor­re­spon­die­ren­den indi­vi­du­el­len Lebens­ge­schich­ten. Marx woll­te Mehr­wert, Geld und Waren­tausch ver­ste­hen und ver­ständ­lich machen, Freud die Neu­ro- psy­cho­sen und die Träu­me. Den Ver­käu­fern von Gütern oder Arbeits­kraft ist das Anwach­sen der Ungleich­heit so rät­sel­haft wie der Wech­sel von Pro­spe­ri­tät und Kri­se; den Psy­cho­ana­ly­se-Pati­en­ten ist ihr Lei­den so unver­ständ­lich, wie es den Gesun­den ihre Wunsch- und Alb­träu­me sind. „Insti­tu­tio­nen“ wie die Lohn­ar­beit oder der anti­se­mi­ti­sche Wahn erschei­nen den ver­ge­sell­schaf­te­ten Indi­vi­du­en, die sie – Gene­ra­ti­on um Gene­ra­ti­on – „als sozia­le Tat­sa­chen“ vor­fin­den, als natur­ge­ge­ben, näm­lich unver­än­der­lich, weil sie in fer­ner Ver­gan­gen­heit – als Pro­duk­te der Lebens­not – bewusst­los zustan­de ka- men oder ihre Gene­se als­bald dem Ver­ges­sen anheimfiel.

Die Kri­ti­ker die­ser unheil­vol­len Ver­hält­nis­se such­ten nach einem Aus­weg und fan­den ihn, indem sie Zug um Zug in Dia­lo­gen – oder in deren ver­in­ner­lich­ter Ver­si­on, der Selbst­re­fle­xi­on – die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der rät­sel­haf­ten, pseu­do­na­tür­li­chen Phä­no­me­ne rekon­stru­ier­ten – und damit den ver­bor­ge­nen „Sinn“ von Wahn und Aus­beu­tung oder die Funk­ti­on kol­lek­ti­ver Ver­leug­nung auf­deck­ten. Ein­zig die (dia­lo­gi­sche) Rekon­struk­ti­on der – unter dem Druck von Trau­men der Lebens- und Sozi­al­ge­schich­te – bewusst­los insti­tu­tio­na­li­sier­ten Abwehr­me­cha­nis­men eröff­net die Chan­ce, sie zu revi­die­ren. Dar­um kam die Ver­öf­fent­li­chung von Erkennt­nis und Inter­es­se 1968 zur rech­ten Zeit. Das Buch zeig­te denen, die es ver­stan­den, einen Aus­weg aus dem bestehen­den Dilem­ma ohne Regres­si­on auf Ter­ro­ris­mus und Faschismus.
(Wien, 6. April 2026.)


Lite­ra­tur

Apel, K.-O. (1973), Trans­for­ma­ti­on der Phi­lo­so­phie, Frank­furt (Suhr­kamp).
Brand­mann, M. (2026), Haber­mas in 50 Begrif­fen, Aich­ach (Wort­schein-Ver­lag).
Haber­mas, J. (1968): Erkennt­nis und Inter­es­se; Ham­burg (Felix Mei­ner) 2008.
– (1976), Zur Rekon­struk­ti­on des His­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus, Frank­furt (Suhr­kamp).
– (1981), Theo­rie des kom­mu­ni­ka­ti­ven Han­delns, Frank­furt (Suhr­kamp).
– (2022), Ein neu­er Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit und die deli­be­ra­ti­ve Poli­tik, Ber­lin (Suhr­kamp).
Hork­hei­mer, M. (1937), „Tra­di­tio­nel­le und kri­ti­sche Theo­rie“, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 4, Frank­furt (Fischer), S. 162-225.
Mar­cu­se, Her­bert (1955), Trieb­struk­tur und Gesell­schaft, Schrif­ten, Band 5, Frank­furt (Suhr­kamp) 1979, [Eros and Civi­liza­ti­on, Bos­ton, Bea­con Press. Dt., Eros und Kul­tur, Stutt­gart, (Klett) 1957]. 
Mar­cu­se, Her­bert (1964), One-Dimen­sio­nal Man. Bos­ton (Bea­con Press). [Die deut­sche Über­set­zung (von Alfred Schmidt) – Der ein­di­men­sio­na­le Mensch – erschien 1967 im Luch­ter­hand-Ver­lag (Neu­wied und Berlin).]
Marx, K., und F. Engels (1845/46), Die deut­sche Ideo­lo­gie, Marx-Engels-Wer­ke, Band 3, Ber­lin (Dietz) 1959. 
Mül­ler-Doohm, St. (2024), Jür­gen Haber­mas, Eine Bio­gra­phie, Ber­lin (Suhr­kamp).
Weis­ner, Flo­ri­an (2026), Was bleibt von Haber­mas?, Aich­ach (Wort­schein-Ver­lag).


End­no­ten
1 Dies Edi­ti­ons­pro­jekt konn­te (vom Mos­kau­er Insti­tut) bis zum Beginn des Zwei­ten Welt­kriegs fort­ge­führt wer­den. Wir ver­dan­ken ihm auch jene Tex­te, die für unser heu­ti­ges Ver­ständ­nis von His­to­ri­schem Mate­ria­lis­mus aus­schlag­ge­bend sind: die „Pari­ser Manu­skrip­te“ (von 1844), Die deut­sche Ideo­lo­gie (von 1845/46) und die Grund­ris­se der Kri­tik der poli­ti­schen Öko­no­mie (aus den Jah­ren 1857/58).
2 Zum Kreis um Hork­hei­mer gehör­ten (unter ande­ren) Erich Fromm und Her­bert Mar­cu­se, Theo­dor W. Ador­no, Fried­rich Pol­lock, Leo Löwen­thal und Wal­ter Benjamin.
3 Hork­hei­mer u. a., Auto­ri­tät und Fami­lie (1936); H. Mar­cu­se, Ver­nunft und Revo­lu­ti­on (1941); Erich Fromm, Die Furcht vor der Frei­heit (1941); F. L. Neu­mann, Behe­mo­th (1941); Hork­hei­mer und Ador­no, Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, 1947; Ador­no u. a., The Aut­ho­ri­ta­ri­an Per­so­na­li­ty, 1950.
4 Gott­hei­ten („Feti­sche“) ent­zau­ber­te er als Pro­jek­tio­nen mensch­li­cher Ängs­te und Wün­sche und rief zu deren De-Feti­schi­sie­rung auf.
5 Marx’ Das Kapi­tal (Band I) erschien 1867, Freuds Die Traum­deu­tung im Jahr 1900. 
6 Noch 2022 hieß es in Ein neu­er Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit und die deli­be­ra­ti­ve Poli­tik (S. 86): „In mei­nen theo­re­ti­schen Bemü­hun­gen füh­le ich mich der von Max Hork­hei­mer begrün­de­ten Tra­di­ti­on und natür­lich mei­nem Leh­rer Theo­dor W. Ador­no nach wie vor verpflichtet.“ 
7 „Freud ent­wi­ckel­te eine Theo­rie des Men­schen, eine ‚Psycho-Logie‘ im stren­gen Sinn. Mit sei­ner Theo­rie hat er sich in die gro­ße Tra­di­ti­on der Phi­lo­so­phie ein­ge­glie­dert und sich unter phi­lo­so­phi­sche Kri­te­ri­en gestellt.“ (Mar­cu­se, 1979, S. 14 und S. 203.)

Aus Theo­rie­bei­la­ge Avan­ti² Rhein-Neckar Mai 2026
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