Ent­schlie­ßung der 13. Bun­des­kon­fe­renz „Betriebs­rä­te im Visier”

Gerech­tig­keit erkämp­fen! Demo­kra­ti­sche Rech­te in der Arbeits­welt stärken!

Die welt­wei­ten auto­ri­tä­ren Ent­wick­lun­gen füh­ren laut Inter­na­tio­na­lem Gewerk­schafts­bund (IGB) zu immer unver­hüll­te­ren Aggres­sio­nen gegen arbei­ten­de Men­schen, ihre Rech­te und ihre betrieb­li­chen wie gewerk­schaft­li­chen Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen. Nicht zuletzt des­halb spricht der IGB von einem Putsch der Mil­li­ar­dä­re gegen Demokratie.

Auch in Deutsch­land fin­den koor­di­nier­te Angrif­fe aus Poli­tik und Wirt­schaft in die­sem Sin­ne statt. BDA-Prä­si­dent Dul­ger dif­fa­miert Betriebs­rä­te als „Stand­ort­ri­si­ko“.

Bei den dies­jäh­ri­gen Betriebs­rats­wah­len war eine wei­te­re Radi­ka­li­sie­rung des Bos­sings und Mob­bings gegen Kan­di­die­ren­de fest­zu­stel­len. Bereits im Vor­feld häuf­ten sich die Ver­su­che von Geschäfts­lei­tun­gen, die gesetz­lich gere­gel­te Durch­füh­rung von BR-Wah­len zu be- oder zu verhindern.

Mit Ver­leum­dun­gen, sys­te­ma­ti­scher Ein­schüch­te­rung und Ver­dachts­kün­di­gun­gen, die auf faschis­ti­sches Arbeits­un­recht zurück­ge­hen, gin­gen Mana­ger und Unrechts­an­wäl­te als hoch­be­zahl­te Hand­lan­ger gegen akti­ve BR- und Gewerk­schafts­mit­glie­der vor.

Vie­le wur­den durch lang­an­hal­ten­des Mob­bing so zer­mürbt, dass sie nicht mehr kan­di­dier­ten oder sogar das Unter­neh­men verließen.

In Ein­zel­fäl­len kam es über­dies zu betrü­ge­ri­schen Insol­ven­zen, um sich des Betriebs­rats und der Tarif­bin­dung zu entledigen.

Sol­che ille­ga­len Machen­schaf­ten konn­ten manch­mal erfolg­reich gestoppt wer­den. Aber die Hem­mungs­lo­sig­keit der Angrif­fe auf Men­schen, die ihre Rech­te aus dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz wahr­neh­men, ist alarmierend.

Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt wur­den 2025 in der Pri­vat­wirt­schaft nur noch 35 % der Beschäf­tig­ten von Betriebs­rä­ten (in Fir­men mit mehr als fünf Beschäf­tig­ten) vertreten.

Die­se gefähr­li­chen, unse­re demo­kra­ti­schen Rech­te zer­set­zen­den Ent­wick­lun­gen sind jedoch für die Bun­des­re­gie­rung und die Lan­des­re­gie­run­gen kein The­ma. Auch von der Öffent­lich­keit und den meis­ten Medi­en wer­den die­se skan­da­lö­sen Zustän­de in der Regel wei­ter­hin ignoriert.

Wirk­sa­mer Wider­stand gegen die Miss­ach­tung von Grund- und Men­schen­rech­ten wird ohne eine kon­se­quen­te Stär­kung demo­kra­ti­scher, gewerk­schaft­li­cher Gegen­macht in der Arbeits­welt nicht mög­lich sein.

Nur so kön­nen die zuneh­men­den Atta­cken auf Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze, auf Betriebs­rä­te, Gewerk­schaf­ten sowie auf tarif­ver­trag­lich gere­gel­te Arbeits­be­din­gun­gen zurück­ge­schla­gen wer­den. Nur so kann auch der durch den Putsch der Mil­li­ar­dä­re geför­der­te bedroh­li­che Rechts­ruck gestoppt werden.
Dies ist die Auf­ga­be aller demo­kra­ti­schen Kräf­te, ins­be­son­de­re aber unse­rer Gewerkschaften.

Nur wer soli­da­risch kämpft, kann gewinnen!
Mann­heim, 10. Okto­ber 2026


Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Novem­ber 2026
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