Gemein­sam für unse­re Rech­te streiten

Den Gene­ral­an­griff der Bos­se und ihrer Regie­rung stoppen!

 

Koor­di­na­ti­on der ISO/IV. Internationale

Sozialprotest in Paris, 17. Oktober 2026. (Foto: Photothèque Rouge/Martin Noda/Hans Lucas.)

Sozi­al­pro­test in Paris, 17. Okto­ber 2026. (Foto: Pho­to­t­hè­que Rouge/Martin Noda/Hans Lucas.)

Kein Tag ver­geht, an dem Bos­se, Regie­rung und Medi­en nicht behaup­ten, die sozia­len Siche­rungs­sys­te­me wären nicht mehr finan­zier­bar, die arbei­ten­den Men­schen wären zu faul, zu oft krank, zu teu­er und zu unfle­xi­bel. Dabei sind sie es, die den Laden am Lau­fen hal­ten. Ihre Arbeit macht die Mil­li­ar­dä­re täg­lich noch rei­cher. Doch deren Gier ist gren­zen­los und zer­frisst ihnen die Gehirne.

Jetzt hal­ten sie – nicht nur in Deutsch­land! – die Zeit für reif, Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze, Tarif­ver­trä­ge, sozia­le Siche­rungs­sys­te­me für die „Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Wirt­schaft“ ein­zu­stamp­fen. Gleich­zei­tig trei­ben sie die Mili­ta­ri­sie­rung ohne jede finan­zi­el­le Ein­schrän­kung und zu Las­ten der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me in einem seit den 1950er Jah­ren nicht bekann­ten Aus­maß vor­an. Aber es geht um noch viel mehr. Sie wol­len zivi­le gesell­schaft­li­che Gegen­macht in den Betrie­ben wie in der Gesell­schaft ent­schei­dend schwä­chen und damit auch unse­re demo­kra­ti­schen Grund­rech­te aus­he­beln. Dies ist der bis­her schärfs­te Klas­sen­kampf von oben in der deut­schen Nachkriegsgeschichte.

Es ist gut, dass ver.di Pro­tes­te zur Ver­tei­di­gung des Sozi­al­staats initi­ier­te. Es ist gut, dass die IG Metall am 21. Sep­tem­ber zu einem Akti­ons­tag in der Auto- und der Zulie­fer­indus­trie auf­rief. Es ist gut, dass der DGB am 26. Sep­tem­ber bun­des­weit Demos orga­ni­sier­te. Nur, wer glaub­te, dass Kapi­tal und Regie­rung danach ein­len­ken würden?

Ganz im Gegen­teil! Merz ver­kün­det nach dem his­to­ri­schen Durch­bruch der AfD bei den Land­tags­wah­len in Sach­sen-Anhalt ein beschleu­nig­tes Vor­an­trei­ben der „Agen­da 2030“. Kon­zer­ne legen nach: VW for­dert einen Lohn­stopp bis 2030, um die Pro­fi­te ver­drei­fa­chen zu kön­nen. Mer­ce­des droht mitt­ler­wei­le eben­falls mit Werkschließungen.

Aus­ge­hend von der Jugend­re­vol­te in Frank­reich ist dort und in ande­ren Län­dern eine brei­te sozia­le Pro­test­be­we­gung gegen die Zumu­tun­gen der Herr­schen­den ent­stan­den. Unse­re Auf­ga­be ist es, die­se Ermu­ti­gung auf­zu­grei­fen und ähn­li­che Dyna­mi­ken in Deutsch­land zu för­dern. Wir unter­stüt­zen des­halb den Auf­ruf zu bun­des­wei­ten Jugend­ak­tio­nen am 31.Oktober, um auch hier­zu­lan­de sol­che Pro­tes­te mit dem all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Unmut und Wider­stand zu verbinden.

Was auch immer geschehen mag: Die Welt von morgen gehört uns“, Paris, 17. Oktober 2026. (Foto: Photothéque rouge/Martin Noda/Hans Lucas.)

Was auch immer gesche­hen mag: Die Welt von mor­gen gehört uns“, Paris, 17. Okto­ber 2026. (Foto: Pho­to­thé­que rouge/Martin Noda/Hans Lucas.)

1918 haben unse­re Vor­fah­ren in der Novem­ber­re­vo­lu­ti­on den 8-Stun­den­tag erkämpft. Mit einem 114-tägi­gen Streik der IG Metall gelang es, 1956/57 die Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall für Arbei­ter und Arbei­te­rin­nen durch­zu­set­zen. 1979 konn­ten sechs Wochen bezahl­ter Urlaub und 1984 der Ein­stieg in die heu­te von den Fir­men atta­ckier­te 35-Stun­den­wo­che erkämpft wer­den. Das alles und noch viel mehr steht jetzt auf dem Spiel.

Es gibt daher nur zwei Mög­lich­kei­ten, wenn wir nicht die wei­te­re Schwä­chung von Zivil­ge­sell­schaft und ins­be­son­de­re der Gewerk­schaf­ten sowie den Marsch in eine neue poli­ti­sche Dik­ta­tur hin­neh­men wol­len. Ent­we­der halb­her­zig pro­tes­tie­ren und unse­re Errun­gen­schaf­ten Stück für Stück preis­ge­ben. Oder gemein­sam kämp­fen und unse­re orga­ni­sier­te Gegen­macht stär­ken. Und das heißt: Für unse­re Rech­te strei­ken und dem Klas­sen­kampf von oben den ent­schlos­se­nen gemein­sa­men Wider­stand von unten entgegensetzen!

Die­ser Her­aus­for­de­rung müs­sen sich alle stel­len, die sich den Inter­es­sen der gro­ßen Mehr­heit ver­pflich­tet fühlen.

Die ISO und die IV. Inter­na­tio­na­le wer­den in die­sem Sin­ne ihren Ein­satz für den Auf­bau einer gemein­sa­men Front gegen die Angrif­fe von Regie­rung und Kapi­tal sowie die Bekämp­fung der faschis­ti­schen Gefahr verstärken.

Der 26. Sep­tem­ber kann nicht das Ende unse­res Wider­stands, son­dern nur sein Anfang sein. Aktio­nen wäh­rend der Arbeits­zeit, bun­des­wei­te Akti­ons­ta­ge, Demons­tra­tio­nen müs­sen fol­gen. Der Auf­bau ört­li­cher Bünd­nis­se und die Zusam­men­ar­beit aller zum Wider­stand berei­ten Orga­ni­sa­tio­nen und Initia­ti­ven sind dafür eine Voraussetzung.

Wir rufen des­halb die sozia­len Bewe­gun­gen und die Lin­ken dazu auf, gemein­sam den Gene­ral­an­griff der Bos­se und ihrer Regie­rung zu stoppen!

Wir rufen unse­re Gewerk­schaf­ten auf: Setzt die gewerk­schaft­li­che Kraft für die gemein­sa­me und kon­se­quen­te Ver­tei­di­gung der Inter­es­sen unse­rer Klas­se ein!

Wir rufen des­halb auch alle von Ent­las­sun­gen oder Werks­schlie­ßun­gen bedroh­ten Beleg­schaf­ten auf: Koor­di­niert den Wider­stand über alle Gren­zen hinweg!

Wer nicht kämpft, hat schon ver­lo­ren. Nur wer kämpft, kann gewinnen!

24. Okto­ber 2026


Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Novem­ber 2026
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