Atom­kraft, „Digi­ta­li­sie­rung“, E-Autos

Vor­wärts in eine strah­len­de Zukunft?

Aktionstag bei Alstom Mannheim, 29. April 2014 (Foto: helmut.roos@web.de)

Akti­ons­tag bei Als­tom Mann­heim, 29. April 2014 (Foto: helmut.roos@web.de)

H. N.

Zum Erstau­nen vie­ler warn­ten die Als­tom-Kol­le­gIn­nen vor 15 Jah­ren vor einer Wie­der­be­le­bung der Atom­ener­gie. Sie hat­ten im Kampf für ihre Arbeit den Zusam­men­hang zwi­schen sozia­len und öko­lo­gi­schen The­men sehr wohl ver­stan­den.

Ihre Kas­san­dra­ru­fe schie­nen jedoch umso unglaub­wür­di­ger, als die Bun­des­re­gie­rung 2011 nach dem GAU von Fuku­shi­ma den „Aus­stieg aus der Atom­ener­gie“ ver­kün­de­te.

Die weit­ge­hend aus Steu­er­mit­teln bezahl­te Still­le­gung aller AKW in Deutsch­land bis 2022 betrifft aber allein die Atom­kraft­wer­ke der 1. und 2. Genera­ti­on. Zudem ist die „End­la­ge­rung“ des Atom­mülls ein unge­lös­tes und ver­dräng­tes Mega­pro­blem.

In Euro­pa wird dem zum Trotz mun­ter an der Errich­tung von AKW des Typs EPR (Euro­päi­scher Druck­was­ser­re­ak­tor – 3. Genera­ti­on) gear­bei­tet. Unter ande­rem in Finn­land – dort mit Bil­li­gung der fin­ni­schen Grü­nen.

Mit mil­li­ar­den­schwe­rer Unter­stüt­zung aus dem Bun­des­haus­halt fin­det in Frank­reich seit 2009 der Bau des Pro­to­typs einer „noch siche­ren“ 4. Genera­ti­on von Atom­re­ak­to­ren auf Basis der Kern­fu­si­on (ITER) statt.

Das Schei­tern der „Ener­gie­wen­de“ in Deutsch­land ist offen­sicht­lich. Die durch „Digi­ta­li­sie­rung“ und E-Autos mas­siv beschleu­nig­te Ener­gie­ver­geu­dung eben­so. Das Feh­len einer gesell­schaft­li­chen, an Mensch und Natur ori­en­tier­ten Pla­nung erlaubt nur Stück­werk – und die Durch­set­zung der Pro­fit­in­ter­es­sen von Kon­zer­nen.

Die­se sys­tem­be­ding­te Sack­gas­se nutzt die Atom­lob­by zu ers­ten Übun­gen für das Pro­pa­gie­ren neu­er „Sach­zwän­ge“. Laut Medi­en­be­rich­ten hält etwa Sach­sens Minis­ter­prä­si­dent Kret­schmer (CDU) „einen Wie­der­ein­stieg Deutsch­lands in die Atom­kraft für denk­bar“.

Das sei eine „in zehn oder 15 Jah­ren“ anste­hen­de Fra­ge, zumal „man mit Atom­ener­gie weni­ger CO2-Emis­sio­nen“ hät­te.

Die Kli­ma­be­we­gung ist gut bera­ten, ihren Blick in Rich­tung Atom­kraft zu schär­fen.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Febru­ar 2020
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