Ihre Agen­da oder unse­re – Mords­pro­fi­te oder Solidarität?

 

U. D.

Die glo­ba­len Kri­sen des Kapi­ta­lis­mus spit­zen sich zu. Natur und Kli­ma wer­den wei­ter zer­stört. Impe­ria­lis­ti­sche Kon­flik­te füh­ren zu Auf­rüs­tung und Krieg. Demo­kra­tie, Men­schen­rech­te und Gewerk­schafts­be­we­gung sind welt­weit auto­ri­tä­ren Angrif­fen ausgesetzt.

DGB-Kundgebung in Mannheim, 1. Mai 2025. (Bild: Helmut Roos.)

DGB-Kund­ge­bung in Mann­heim, 1. Mai 2025. (Bild: Hel­mut Roos.)

Die­se Ent­wick­lung macht Ant­wor­ten jen­seits der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­fit­lo­gik not­wen­dig. Doch Kapi­ta­lis­mus kann nur Pro­fit. Er kann weder Öko­lo­gie, noch Frie­den, noch sozia­le Sicher­heit, noch Soli­da­ri­tät. Des­halb kön­nen Kapi­tal und bür­ger­li­che Poli­tik kei­nen Aus­weg bie­ten. Ihre Agen­da ori­en­tiert sich an den Pro­fit- und Macht­in­ter­es­sen des Kapi­tals. Die Zeche sol­len die arbei­ten­den Klas­sen zahlen.

Dies ist auch die Agen­da der Regie­rung Merz/Klingbeil. Die grund­sätz­li­che Fra­ge, wel­che Inter­es­sen sie ver­tritt, hat sie längst beant­wor­tet – die der Super­rei­chen und Konzerne.

Ihre Agen­da: Mör­de­ri­sche Profite
Die CDU/C­SU/SPD-Regie­rung will Deutsch­land zur füh­ren­den „kriegs­tüch­ti­gen“ Mili­tär­macht der EU aus­bau­en. Jähr­lich sol­len über 90 Mil­li­ar­den Euro für Bun­des­wehr und Rüs­tung ver­schwen­det wer­den. Kein Wun­der, dass Rüs­tungs­kon­zer­ne Rekord­ge­win­ne machen. Gleich­zei­tig ver­fal­len Schu­len und wer­den Kran­ken- häu­ser geschlos­sen. Es fehlt an Geld für die Sozi­al­sys­te­me und für Inves­ti­tio­nen in die Infrastruktur.

Ihre Agen­da: Pro­fi­te statt sozia­ler Sicherheit
Die Gro­ße Koali­ti­on hat ihrer Bür­ger­geld-Het­ze kon­kre­te Kür­zungs­po­li­tik fol­gen las­sen. Mit der Ein­füh­rung der „Grund­si­che­rung“ wer­den Sank­tio­nen ver­schärft, und es wird der Druck auf Erwerbs­lo­se und arbeits­un­fä­hi­ge Men­schen erhöht.

Doch beim Bür­ger­geld ist nicht Schluss. Alle Sozi­al­sys­te­me sind von Kür­zun­gen bedroht. Zur­zeit befin­den wir uns noch in der Pha­se der Pro­pa­gan­da. Mit immer neu­en For­de­run­gen und „Begrün­dun­gen“ wird der Boden für die längst geplan­ten Kür­zun­gen bei Ren­te, Pfle­ge Gesund­heit, Bil­dung und Kul­tur vorbereitet.

Gleich­zei­tig blei­ben die Rei­chen unan­ge­tas­tet. Die Debat­te über Ver­mö­gens­steu­ern und Erb­schafts­steu­er wird tabui­siert. Die Cum-Ex-Auf­ar­bei­tung wird weit­ge­hend ein­ge­stellt, und Kon­zer­ne kön­nen wei­ter­hin Gewin­ne in Steu­er­oa­sen verschieben.

Ihre Agen­da: Pro­fi­te statt Klimaschutz
Immer offen­sicht­li­cher dik­tie­ren Auto­mo­bil- und Ener­gie­kon­zer­ne und ener­gie­in­ten­si­ve Bran­chen die Politik.

Das „Ver­bren­ner-Aus“ wird ver­wäs­sert. Das Deutsch­land-Ticket wird wei­ter ver­teu­ert. Das Dienst­wa­gen­pri­vi­leg bleibt erhal­ten. Der Koh­le­aus­stieg wird ver­scho­ben, und die Kli­ma­zie­le wer­den wei­ter abge­schwächt. Der Indus­trie­strom­preis wird gesenkt, die Ener­gie­prei­se für die pri­va­ten Haus­hal­te stei­gen wei­ter. Eine für alle bezahl­ba­re Ener­gie- und Ver­kehrs­wen­de ist nicht in Sicht.

Ihre Agen­da: Ras­sis­mus statt Solidarität
Die Regie­rung för­dert mit ihrer Poli­tik, mit „Stadt­bild-Äuße­run­gen“ oder ihrer Het­ze gegen „Sozi­al­miss­brauch“ von migran­ti­schen Grup­pen unmit­tel­bar den Rassismus.

Mit ihrer Asyl­po­li­tik, mit Grenz­schlie­ßun­gen und Abschie­bun­gen setzt sie die Agen­da von AfD & Co poli­tisch um.

Damit för­dert sie die Spal­tung der arbei­ten­den Klas­se und macht Migrant:innen und Geflo­he­ne zum Sün­den­bock für Woh­nungs­not, Arbeits­lo­sig­keit und Sozi­al­ab­bau. So wird von der eigent­li­chen Ursa­che, dem Kapi­ta­lis­mus, abge­lenkt, Wider­stand ge- schwächt und mög­li­cher Unmut auf die „Frem­den“ gelenkt.

Unse­re Agen­da: Soli­da­ri­tät und ein gutes Leben für alle
Der Pro­fit-Agen­da der Rei­chen müs­sen wir eine Agen­da der Soli­da­ri­tät entgegensetzen:
• Ein­füh­rung einer wirk­sa­men Vermögenssteuer.
• Stopp der „Steu­er-Opti­mie­rung“ von Kon­zer­nen und Reichen
• Auto­ma­ti­scher Infla­ti­ons­aus­gleich wie in Belgien
• 30-Stun­den­wo­che bei vol­lem Lohn- und Personalausgleich
• Aus­bau der sozia­len Sicherungssysteme
• Aus­bau der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge (Bil­dung, Gesund­heit, Kli­ma­schutz, Kul­tur, Wohn­raum, Ver­kehr usw.)
• Ent­eig­nung der Schlüs­sel­in­dus­trien unter Kon­trol­le der Beleg­schaf­ten und von Verbraucher-Komitees
• Ver­tei­di­gung und Aus­bau unse­rer Grund- und Menschenrechte
• Kampf gegen Sexis­mus, Ras­sis­mus und Faschismus
• Sofor­ti­ger Stopp von Kriegs­dienst­pflicht und Aufrüstung.

Die­se Agen­da kann nur außer­par­la­men­ta­risch mit sozia­len Kämp­fen durch­ge­setzt wer­den. Als ers­ter Schritt muss jeder Angriff auf unse­re Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen abge­wehrt wer­den. Dies kann nur gelin­gen, wenn sich betrieb­li­che Basis­grup­pen, akti­ve Gewerk­schaf­ten, anti­ras­sis­ti­sche Initia­ti­ven, anti­fa­schis­ti­sche Bünd­nis­se und sozia­le Bewe­gun­gen zu einer Soli­da­ri­schen Front zusammenschließen.

Ihre Agen­da oder unse­re – wir müs­sen uns entscheiden.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Janu­ar 2026
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