Vor 100 Jahren

Offe­ner Brief“ für Ein­heits­front – Gemein­sam „gegen Not und Verelendung“

E. B.

Am 8. Janu­ar 1921 ver­öf­fent­lich­te das Par­tei­or­gan Rote Fah­ne einen Auf­ruf der Zen­tra­le der Ver­ei­nig­ten Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (VKPD) zur Bil­dung einer Ein­heits­front aller Gewerk­schaf­ten und Arbei­ter­par­tei­en. Adres­sa­ten die­ses „Offe­nen Briefs“ waren sozi­al­de­mo­kra­ti­sche, sozia­lis­ti­sche, links­kom­mu­nis­ti­sche und anar­cho-syn­di­ka­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, Par­tei­en und Verbände.

Nietarbeiten in einer Fabrik um 1920 (Foto: Privatarchiv)

Niet­ar­bei­ten in einer Fabrik um 1920 (Foto: Privatarchiv)

Die VKPD for­der­te sie auf, gemein­sam gegen die wach­sen­de Not und Ver­elen­dung brei­ter Mas­sen vor­zu­ge­hen. Vor allem soll­te durch die Füh­rung ein­heit­li­cher Lohn­kämp­fe aller „Arbei­ter, Ange­stell­ten und Beam­ten“ deren Exis­tenz gesi­chert wer­den. Ren­ten und Pen­sio­nen sowie Erwerbs­lo­sen­be­zü­ge soll­ten wie die Löh­ne erhöht werden.

Zudem schlug die VKPD vor: „Sofor­ti­ge Ent­waff­nung und Auf­lö­sung aller bür­ger­li­chen Selbst­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Bil­dung pro­le­ta­ri­scher Selbst­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen“, eine „Amnes­tie für poli­ti­sche Delik­te“, die „Auf­he­bung bestehen­der Streik­ver­bo­te“ und die sofor­ti­ge „Auf­nah­me der Han­dels- und diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen mit Sowjetrussland“.

Auch wenn die VKPD „die Gegen­sät­ze, die sie von den ande­ren Par­tei­en tren­nen“, nicht ver­ber­gen woll­te, erklär­te sie sich doch zur Akti­ons­ein­heit bereit mit allen lin­ken Par­tei­en und Gewerk­schaf­ten zur Durch­set­zung der genann­ten Ziele.

Vor allem wegen der Ableh­nung einer Ein­heits­front durch den Par­tei­vor­stand der SPD schei­ter­te der Vor­stoß der KPD.

12 Jah­re spä­ter ver­hin­der­ten die Füh­run­gen von KPD und SPD die Bil­dung einer Ein­heits­front und ebne­ten damit den Nazis den Weg.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Janu­ar 2021
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