Für unse­re Rech­te streiken!

Unser Leben statt ihre Profite!

 

B. G./K. O.

Mit ihrer „Steu­er­sen­kung“ bei Kraft­stof­fen ver­schärft die Regie­rung Merz-Kling­beil die aso­zia­le Ungleich­heit noch mehr. Die Extra-Pro­fi­te der Ölkon­zer­ne blei­ben unan­ge­tas­tet, die Armut wächst hin­ge­gen wei­ter. Ande­re ange­droh­te „Refor­men“ (Gesund­heit, Ren­te usw.) gehen in die­sel­be Rich­tung. Die Sche­re zwi­schen arm und reich geht immer wei­ter aus­ein­an­der. Wo bleibt da der gewerk­schaft­li­che Protest?

Résistance bei Alstom Power in Mannheim, 2. November 2010. (Foto: Helmut Roos.)

Résis­tance bei Als­tom Power in Mann­heim, 2. Novem­ber 2010. (Foto: Hel­mut Roos.)

Ein wirk­li­cher Aus­gleich der erneut beschleu­nig­ten Preis­stei­ge­run­gen konn­te für die gro­ße Mehr­heit der Beschäf­tig­ten in den Tarif­ab­schlüs­sen nicht erreicht wer­den. Noch viel schlech­ter sieht es für die mehr als 50 Pro­zent der nicht tarif­ge­bun­de­nen Beschäf­tig­ten aus.

Statt Sozi­al­ab­bau − mehr Geld für uns!
Die Sche­re zwi­schen den unte­ren und den obe­ren Ein­kom­men öff­net sich immer wei­ter. Des­halb tre­ten wir für Fest­geld­for­de­run­gen ein. In Zukunft brau­chen wir Tarif­ver­trä­ge, die einen auto­ma­ti­schen Infla­ti­ons­aus­gleich wie in Bel­gi­en und Luxem­burg enthalten.

Gewerk­schaf­ten sind ange­sichts der Regie­rungs­po­li­tik für Mil­li­ar­dä­re und Kon­zer­ne dazu ver­pflich­tet, end­lich den Wider­stand gegen Sozi­al­ab­bau zu orga­ni­sie­ren und für ein gutes Leben für alle zu kämp­fen: für spür­ba­re Erhö­hun­gen des Min­dest­lohns, der Grund­si­che­rung, der Ren­ten, für Preis­de­ckel bei Mie­ten, Lebens­mit­tel und Ener­gie­ver­sor­gung und für ein nicht pro­fit­ori­en­tier­tes Pfle­ge- und Gesundheitssystem.

Ver­kür­zung der Arbeitszeit!
Die Regie­rung plant die Abschaf­fung des 8-Stun­den­tags. Doch die Mehr­heit der Voll­zeit­be­schäf­tig­ten wünscht kür­ze­re Arbeits­zei­ten. Die Spit­zen der DGB-Gewerk­schaf- ten igno­rie­ren die­ses Bedürf­nis. Das ist umso ver­häng­nis­vol­ler, als hun­dert­tau­sen­de indus­tri­el­le Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze durch das Kapi­tal bereits abge­baut und vie­le wei­te­re bedroht sind.

Zudem neh­men Stress am Arbeits­platz und dadurch beding­te psy­chi­sche Erkran­kun­gen immer mehr zu. Auch des­halb brau­chen wir einen wirk­sa­men betrieb­li­chen Gesund­heits­schutz und kür­ze­re Arbeits­zei­ten für alle, sofort und in einem gro­ßen Schritt mit vol­lem Lohn- und Per­so­nal­aus­gleich. Und wir brau­chen ein Ver­bot von Entlassungen!

Krie­ge und Auf­rüs­tung bekämpfen!
Welt­weit wer­den immer mehr Krie­ge geführt. Durch Putins Über­fall auf die Ukrai­ne sowie Trumps und Netan­ja­hus Über- fall auf den Iran wächst die Gefahr des „gro­ßen Krie­ges“ um die Neu­ord­nung der Erde stän­dig weiter.

Haupt­ge­win­ner sind die Rüs­tungs-, Digi­tal- und Ölkon­zer­ne und die Ult­ra­rei­chen. Ver­lie­rer sind die arbei­ten­den Klas­sen. Krie­ge ver­nich­ten die Lebens­grund­la­gen der Zivil­be­völ­ke­rung. Das sehen wir im Iran, in der Ukrai­ne, in Paläs­ti­na und anders­wo. Die rus­si­sche Armee hat nichts in der Ukrai­ne zu suchen, die israe­li­sche Armee nichts in Paläs­ti­na und im Liba­non und die US-Armee nichts im Nahen und Mitt­le­ren Osten.

Des­halb müs­sen die Haupt­pa­ro­len der inter­na­tio­na­len Gewerk­schafts­be­we­gung sein: Die Waf­fen nie­der! Arbei­ter schie­ßen nicht auf Arbei­ter! Blo­cka­den und Streiks gegen Waf­fen­lie­fe­run­gen! Kampf gegen Mili­ta­ris­mus, „Wehr­pflicht“ und Aufrüstung!

Gegen Ras­sis­mus und Faschismus!
Mil­lio­nen wer­den durch Krie­ge ver­trie­ben. Sie haben ein Recht, auf­ge­nom­men und mensch­lich behan­delt zu wer­den. Unse­re Ant­wort auf Flucht ist nicht Ras­sis­mus, son­dern Solidarität.

Über­all in der Welt gewin­nen ras­sis­ti­sche, natio­na­lis­ti­sche, liber­tä­re und faschis­ti­sche Par­tei­en an Zulauf. Sie sind die größ- te Bedro­hung für die Lohn­ab­hän­gi­gen und ihre Gewerkschaften.

Musk unter­stütz­te im Wahl­kampf die AfD und die frü­he­re Invest­ment­ban­ke­rin Wei­del. Merz war Chef des deut­schen Able­gers von Black Rock, des größ­ten Ver­mö­gens­ver- wal­ters der Welt. Der Mil­li­ar­där Trump ist nicht nur Kriegs­trei­ber Nr. 1. Durch sei­ne Ver­trei­bungs­po­li­tik ist er ein Vor­bild für die „Remigrations“-Pläne der AfD.

Nur eine streik­fä­hi­ge gewerk­schaft­li­che Gegen­macht ist in der Lage, die auto­ri­tä­ren und faschis­ti­schen Gefah­ren zu bekämp­fen. Wir brau­chen des­halb eine sozia­le Front gegen Rechts, die in der Arbeits­welt und in allen ande­ren Berei­chen wirkt.

Stopp der Kli­ma­zer­stö­rung!
Die gren­zen­lo­se Pro­fit­gier und die Kriegs­trei­be­rei füh­ren zur immer bedroh­li­che­ren Zer­stö­rung des Kli­mas, der Umwelt und damit unse­rer Lebensgrundlagen.

Des­halb müs­sen die Gewerk­schaf­ten für eine demo­kra­ti­sche und öko­lo­gi­sche Umstel­lung der Pro­duk­ti­on ein­tre­ten, in der Mensch und Natur im Mit­tel­punkt ste­hen und nicht Profite.

Kämp­fen statt kungeln!
Alle die­se Gefähr­dun­gen unse­rer Exis­tenz kön­nen durch „Co-Manage­ment“ und „Sozi­al­part­ner­schaft“ nicht abge­wehrt wer­den. Dafür braucht es unab­hän­gi­ge, demo­kra­ti­sche und kämp­fe­ri­sche Gewerkschaften.

Die Ver­tei­di­gung unse­rer Grund­rech­te und unse­rer gewerk­schaft­li­chen Hand­lungs­fä­hig­keit ist ohne einen Bruch mit der Pro­fit- und Kon­kur­renz­lo­gik des Kapi­ta­lis­mus nicht möglich.

Gegen Klas­sen­kampf von oben hilft nur akti­ve Soli­da­ri­tät von unten.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Mai 2026
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