Das „Recht des Stär­ke­ren“ brechen!

Wider­stand statt Anpassung

 

U. D.

Der Dau­er­kon­flikt der impe­ria­lis­ti­schen Groß- und Atom­mäch­te um glo­ba­le Ein­fluss­zo­nen, Absatz­märk­te und Roh­stof­fe wird immer krie­ge­ri­scher geführt. Dies zei­gen nicht zuletzt der rus­si­sche Angriffs­krieg gegen die Ukrai­ne, der Gaza-Krieg Isra­els, die Droh­ge­bär­den Chi­nas gegen Tai­wan und die aggres­si­ve Außen­po­li­tik der USA unter Trump.

Grafik: D. R. (Gestaltung Avanti².)

Gra­fik: D. R. (Gestal­tung Avanti².)

Die Haupt­ak­teu­re bei der Neu­auf­tei­lung der Welt sind vor allem die USA, aber auch Chi­na und Russ­land. Eben­falls mit­mi­schen wol­len die EU und das euro­päi­sche Kapital.

Dabei machen Putin, Trump & Co. deut­lich, dass das Völ­ker­recht ein belie­bi­ger Spiel­ball der Inter­es­sen der mäch­ti­gen Staa­ten ist. Die­se defi­nie­ren ihr eige­nes „Recht“ und set­zen dies rück­sichts­los durch – wenn es sein muss mit mili­tä­ri­schen Mitteln.

Das „Recht des Stärkeren“
Von Putin, Trump, Xi Jin­ping, Lukaschen­ko, Orban, Macron, Melo­nie oder Merz bis hin zu Tech-Mil­li­ar­dä­ren wie Thiel und Musk – über­all greift der Kapi­ta­lis­mus in der Kri­se zu auto­ri­tä­ren und aggres­siv Lösun­gen – innen- und außenpolitisch.

Eine Grund­la­ge dafür lie­fern die Theo­rien des 1985 ver­stor­be­nen Juris­ten Carl Schmitt. Schmitt war Unter­stüt­zer des Hit­ler-Faschis­mus und über­zeug­ter Anti­se­mit. Mit sei­ner Groß­raum- theo­rie, sei­ner Recht­fer­ti­gung des „Aus­nah­me­zu­stands“ und sei­ner Ver­ach­tung der Demo­kra­tie hat er das „Recht des Stär­ke­ren“ im 20. Jahr­hun­dert neu begründet.

Unge­schmink­ter Imperialismus
Ohne Schön­fär­be­rei setzt Trump den Welt­macht­an­spruch des US-Impe­ria­lis­mus durch. Wer im Weg steht, wird mit wirt­schaft­li­cher oder mili­tä­ri­scher Macht auf Kurs gebracht oder wie im Fall Vene­zue­las gefü­gig gemacht. Wie die Dro­hun­gen gegen Grön­land und Kana­da zei­gen, gibt es dabei kei­ne Rück­sicht auf „Freun­de“.

Sei­ne bru­ta­le ICE-Poli­tik gegen Migrant:innen, sei­ne Gleich­schal­tung von For­schung und Leh­re, sei­ne Angrif­fe auf die Pres­se­frei­heit und staat­li­che Insti­tu­tio­nen sowie sei­ne Mobi­li­sie- rung rech­ter Kräf­te zei­gen die auto­ri­tä­re Logik die­ser Politik.

Auch Putin folgt die­ser Logik. Beim Ukrai­ne-Krieg geht es um Res­sour­cen und Geo­po­li­tik im Inter­es­se der rus­si­schen Olig­ar­chie. Er will den Ein­fluss des „Wes­tens“ und des west­li­chen Kapi­tals zurück­drän­gen und Russ­land wie­der „groß“ machen. Innen­po­li­tisch wird jeg­li­cher Wider­stand mit Gewalt unterdrückt.

Tech-Mil­li­ar­dä­re gegen Demo­kra­tie und Menschenrechte
Schmitts Ideen fin­den sich auch bei Tech-Mil­li­ar­dä­ren wie Thiel und Musk. Mit ihren liber­tär-kapi­ta­lis­ti­schen Ideen ver­tre­ten sie einen ultra­ra­di­ka­len und auto­ri­tä­ren Neoliberalismus.

Thiel erklärt offen, Demo­kra­tie und Frei­heit sei­en unver­ein­bar. Dabei ver­steht er unter „Frei­heit” die völ­li­ge und unein­ge­schränk­te Hand­lungs­frei­heit des Kapitals.

Das ist einer der Grün­de, war­um die Tech-Mil­li­ar­dä­re mit ihrem Reich­tum und ihren Tech-Platt­for­men mas­si­ven ideo­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Ein­fluss neh­men und auto­ri­tä­re wie faschis­ti­sche Par­tei­en und Regie­run­gen unterstützen.

Merz/Klingbeil: Auf­rüs­tung statt Frieden
Auch die Regie­rung Merz/Klingbeil ist bereit, die Inter­es­sen des deut­schen Kapi­tals mili­tä­risch durch­zu­set­zen. Dazu rüs­tet sie die Bun­des­wehr mas­siv auf. Sie erhöht die Trup­pen­stär­ke und führt den als „Wehr­dienst“ ver­harm­los­ten Kriegs­dienst wie­der ein. Vor allem ver­sucht sie, die Bevöl­ke­rung ideo­lo­gisch wie­der „kriegs­tüch­tig“ zu machen.

Bezah­len soll die­sen Wahn­sinn die arbei­ten­de Klas­se mit Ver­schlech­te­run­gen bei den Sozi­al­sys­te­men und der Arbeitsgesetzgebung.

Noch kann sie nicht so offen agie­ren wie Trump. Dar­um begrün­det sie die­se Poli­tik mit der Ver­tei­di­gung von Wohl­stand, Frei­heit und Demo­kra­tie ange­sichts der „rus­si­schen Bedrohung“.

Anpas­sung oder Widerstand
Kapi­ta­lis­mus kann nur Bar­ba­rei: Krieg, Kli­ma- und Natur­zer­stö­rung, Ungleich­heit und Auto­ri­ta­ris­mus. Sei­ne uner­sätt­li­che Gier nach Pro­fit und Macht lässt kei­nen Raum für glo­ba­le Gerech­tig­keit, für Frie­den und ein gutes Leben für alle. Die herr­schen­de Poli­tik ver­tei­digt die­ses bar­ba­ri­sche Sys­tem. Wer sich dem anpasst, nimmt wei­te­re Ver­hee­run­gen in Kauf.

Statt­des­sen ist gegen die kapi­ta­lis­ti­sche Bar­ba­rei gesell­schaft­li­cher Wider­stand not­wen­dig. Wider­stand, der sich für Abrüs­tung und Frie­den, Kli­ma- und Natur­schutz, sozia­le Sicher­heit, glo­ba­le Gerech­tig­keit, uni­ver­sel­le Men­schen­rech­te und inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät stark macht.

Damit die­ser Wider­stand erfolg­reich wird, braucht es eine brei­te Soli­da­ri­sche Front aus betrieb­li­chen Basis­grup­pen, akti­ven Gewerk­schaf­ten, anti­ras­sis­ti­schen Initia­ti­ven, anti­fa­schis­ti­schen Bünd­nis­sen und sozia­len Bewe­gun­gen. Dafür set­zen wir uns über­all dort ein, wo wir leben, ler­nen und arbeiten.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Febru­ar 2026
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