Anti­kriegs­tag 2026

Nie wie­der Faschis­mus, nie wie­der Krieg!“

 

H. S.

Der Anti­kriegs­tag erin­nert an den Über­fall Nazi-Deutsch­lands auf Polen am 1. Sep­tem­ber 1939. Über 60 Mil­lio­nen Tote, davon allein 27 Mil­lio­nen Tote in der Sowjet­uni­on, waren eine der ver­bre­che­ri­schen Fol­gen der faschis­ti­schen Kriegstreiberei.

Plakat-Aufruf Antikriegstag 2026 Mannheim (Bildbearbeitung: Avanti².)

Pla­kat-Auf­ruf Anti­kriegs­tag 2026 Mann­heim (Bild­be­ar­bei­tung: Avanti².)

Nie wie­der Faschis­mus, nie wie­der Krieg!“ Das war die Hoff­nung von Men­schen, wel­che die Gräu­el des Faschis­mus und des Krie­ges erlebt hat­ten. Lei­der ist die Gefahr von Faschis­mus und Krieg heu­te wie­der sehr viel grö­ßer geworden.

AfD auf dem Vormarsch
Die­se Bedro­hung zeigt sich nicht nur im Erstar­ken der faschis­ti­schen AfD. Bei den im Sep­tem­ber anste­hen­den Land­tags­wah­len in Sach­sen-Anhalt und Meck­len­burg-Vor­pom­mern droht sie, stärks­te bzw. zweit­stärks­te Par­tei zu werden.

Sie zeigt sich auch dar­in, dass die Bun­des­wehr zur Kriegs­füh­rung „ertüch­tigt“ und laut Kanz­ler Merz zur stärks­ten Armee Euro­pas auf­ge­rüs­tet wer­den soll.

Zur Finan­zie­rung der Auf­rüs­tung sieht die Haus­halts­pla­nung mas­si­ve Erhö­hun­gen bis 2029 vor. Die­se von der „Schul­den­brem­se“ aus­ge­nom­me­nen Aus­ga­ben sol­len sich 2029 auf 167,8 Mrd. Euro bzw. 3,5 % des BIP sum­mie­ren. Dazu wer­den höchst­wahr­schein­lich wei­te­re Mil­li­ar­den für mili­tä­ri­sche Infra­struk­tur­aus­ga­ben bis zur Höhe von 1,5 % des BIP kom­men. In der Sum­me wären das Rüs­tungs­aus­ga­ben von rund 240 Mrd. Euro.

Mili­tä­ri­sche Bedrohungsszenarien
Um die Zustim­mung der Bevöl­ke­rung für die­se wahn­wit­zi­gen Rüs­tungs­aus­ga­ben zu ver­grö­ßern, wer­den Bedro­hungs­sze­na­ri­en pro­pa­giert. Unab­läs­sig wird das Feind­bild Russ­land ver­stärkt und ein angeb­lich bevor­ste­hen­der Angriff auf Deutsch­land behaup­tet. Der ver­bre­che­ri­sche rus­si­sche Über­fall auf die Ukrai­ne war ein blu­ti­ges Geschenk für die­se Propaganda.

Aber wie sind die rea­len mili­tä­ri­schen Kräf­te­ver­hält­nis­se? Die Rüs­tungs­aus­ga­ben der NATO-Staa­ten sum­mier­ten sich 2025 laut SIPRI auf über 1,5 Bil­lio­nen Dol­lar. Die ent­spre­chen­den Unkos­ten Russ­lands waren 190 Mil­li­ar­den, d. h. weni­ger als ein Drit­tel der 627 Mrd. Dol­lar der euro­päi­schen NATO-Staa­ten. Zudem sind letz­te­re Russ­land in allen Waf­fen­gat­tun­gen, außer bei den Atom­waf­fen, deut­lich überlegen.

Kein Geld für Soziales
Wäh­rend hun­der­te Mil­li­ar­den Euro für Auf­rüs­tung ver­geu­det wer­den, ist Sozi­al­po­li­tik angeb­lich nicht mehr finan­zier­bar. Beim Bür­ger­geld wird mas­siv gekürzt. Bei der Gesund­heit wird mehr „Eigen­ver­ant­wor­tung“ gefor­dert. Das heißt: Gesund­heit ist noch mehr als bis­her vom Ein­kom­men abhän­gig. Geld für das maro­de Bil­dungs­sys­tem, für bezahl­ba­ren Wohn­raum, Kin­der­grund­si­che­rung, eine aus­kömm­li­che Ren­te und eine gute Pfle­ge? Fehlanzeige.

Das, was die Auf­rüs­tung an Kos­ten ver­schlingt, fehlt in der Sozi­al­po­li­tik. Bereits in der End­pha­se der Wei­ma­rer Repu­blik führ­te feh­len­de Sozi­al­po­li­tik im Ver­bund mit Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit und Exis­tenz­angst zum Erstar­ken der Faschisten.

Krie­ge ohne Ende?
Schon längst ist vor allem Deutsch­land durch Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne in den dor­ti­gen Krieg invol­viert. Bei der „Mili­tär­hil­fe“ des Wes­tens für die Ukrai­ne geht es nicht um die dor­ti­ge Bevöl­ke­rung oder um das Völ­ker­recht. Es geht um geo­po­li­ti­sche Macht­in­ter­es­sen, um die Aus­wei­tung des mili­tä­ri­schen und öko­no­mi­schen Einflusses.

Von die­sem Krieg ist vor allem die ukrai­ni­sche Bevöl­ke­rung mas­siv betrof­fen. Um das Töten zu been­den, braucht es drin­gend Waf­fen­still­stands- und danach Friedensverhandlungen.

Der Über­fall der USA und Isra­els auf den Iran haben den gesam­ten Nahen Osten in ein Kriegs­ge­biet ver­wan­delt. Die Fol­gen vor allem für die Men­schen im Iran sind ver­hee­rend. Auch in die­sem Krieg geht es um geo­po­li­ti­sche Macht­in­ter­es­sen. Netan­ja­hu will ein Groß-Isra­el unter Ein­be­zie­hung Paläs­ti­nas durch­set­zen und den Iran ent­schei­dend schwä­chen. Ohne die anhal­ten­de mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung der USA und der BRD ist das nicht möglich.

But­ter statt Kanonen!
Die Anti­kriegs­be­we­gung steht vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen. Sie muss nicht allein Auf­rüs­tung und Kriegs­trei­be­rei bekämp­fen, son­dern die Stär­kung des Anti­mi­li­ta­ris­mus in den Gewerk­schaf­ten und den Umwelt­be­we­gun­gen fördern.

Der Wider­stand gegen die Abbau­vor­ha­ben von Regie­rung und Kapi­tal im Sozi­al- und Umwelt­be­reich sowie in der Arbeits­welt ist mit ent­schei­dend für einen erfolg­rei­chen Kampf gegen die Kriegs­trei­ber. Des­halb gilt es, dem Anti­mi­li­ta­ris­mus nicht nur am Anti­kriegs­tag, son­dern auch bei den DGB-Pro­tes­ten am 26. Sep­tem­ber Gehör zu verschaffen.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Sep­tem­ber 2026
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