Ers­ter Mos­kau­er Schau­pro­zess 1936

Der Auf­takt zu einem „poli­ti­schen Genozid“

 

E. B.

Vom 19. bis 24. August 1936 fand der ers­te Mos­kau­er Schau­pro­zess im „Okto­ber­saal“ des ört­li­chen Gewerk­schafts­hau­ses statt.

Cover des ISP-Buches von Leo Sedow zu den Moskauer Prozessen.

Cover des ISP-Buches von Leo Sedow zu den Mos­kau­er Prozessen.

In die­sem von Sta­lin und sei­nen Hand­lan­gern insze­nier­ten Ver­fah­ren gegen das „trotz­kis­tisch-sino­wje­wis­ti­sche ter­ro­ris­ti­sche Zen­trum“ wur­den Ankla­gen gegen 16 Per­so­nen (u. a. füh­ren­de alte Bol­sche­wi­ki wie Kamen­jew und Sino­wjew) „ver­han­delt“.

Chef­an­klä­ger war der ehe­ma­li­ge Men­sche­wik (Sozi­al­de­mo­krat) Wyschisn­ki. Er behaup­te­te, die Ange­klag­ten hät­ten sich mit Trotz­ki und aus­län­di­schen Agen­ten zum „Sturz der Sowjet­macht“ ver­schwo­ren. Die­ser Vor­wurf war frei erfunden.

Durch Fol­ter und psy­chi­schen Druck erzwun­ge­ne „Geständ­nis­se“ soll­ten die Todes­ur­tei­le gegen alle 16 Ange­klag­ten und ihre Erschie­ßung am 25. August 1936 rechtfertigen.

Im Janu­ar 1937 fand ein zwei­tes Ver­fah­ren, dies­mal gegen wei­te­re 13 Beschul­dig­te (u. a. Revo­lu­tio­nä­re wie Pja­ta­kow und Radek) statt. Im März 1938 folg­te schließ­lich der drit­te Schau­pro­zess – gegen 21 „Ver­schwö­rer“ und „Ter­ro­ris­ten“ (dar­un­ter wei­te­re füh­ren­de Alt-Bol­sche­wi­ki wie Bucha­rin und Rakowski). 
Die Schau­pro­zes­se dien­ten einer­seits der „Recht­fer­ti­gung“ des sta­li­nis­ti­schen Mas­sen­ter­rors, dem von 1936-1938 meh­re­re Mil­lio­nen Men­schen zum Opfer fie­len. Ande­rer­seits soll­ten sie von die­sen ver­bre­che­ri­schen „Säu­be­run­gen“ ablenken.

Der Sozia­list Isaac Deut­scher bezeich­ne­te den „Gro­ßen Ter­ror“ Sta­lins und sei­ner Hel­fer sehr zu Recht als einen „poli­ti­schen Genozid“.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Sep­tem­ber 2026
Tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.