Gegen­wehr jetzt!

Den Gene­ral­an­griff von Kapi­tal und Poli­tik bekämpfen

 

Auf Initia­ti­ve und mit Unter­stüt­zung des Über­be­trieb­li­chen Soli­da­ri­täts­ko­mi­tees Rhein-Neckar lan­cier­ten IGM-Betriebs­rä­te und Ver­trau­ens­leu­te von Mer­ce­des-Benz Unter­türk­heim die Peti­ti­on „Gegen­wehr jetzt!“. Wir doku­men­tie­ren die­sen wich­ti­gen Auf­ruf und for­dern zu sei­ner Unter­stüt­zung und Ver­brei­tung auf (www.change.org/p/gegenwehr-jetzt).


 

Protest bei Audi Neckarsulm, 29. Juli 2026. (Foto: IGM VL Mercedes-Benz Untertürkheim.)

Pro­test bei Audi Neckar­sulm, 29. Juli 2026. (Foto: IGM VL Mer­ce­des-Benz Untertürkheim.)

Den Gene­ral­an­griff der Bos­se und ihrer Regie­rung stoppen.
Für kämp­fe­ri­sche Gewerkschaften. 
Für die Ver­tei­di­gung unse­rer Errungenschaften.
In den letz­ten Mona­ten haben Wirt­schafts­bos­se und Regie­rungs­ver­tre­ter über die Medi­en den schärfs­ten Klas­sen­kampf von oben in der deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te ange­zet­telt. Mit der Ankün­di­gung mas­si­ven Stel­len­ab­baus, den Angrif­fen auf den Acht­stun­den­tag, den Angrif­fen auf unse­re Ren­ten, den Rück­schrit­ten in der Gesund­heits­ver­sor­gung und all den wei­te­ren Ver­schlech­te­run­gen unse­rer Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen haben Unter­neh­mens­vor­stän­de und ihre Poli­ti­ker in einer kon­zer­tier­ten Akti­on den lohn­ab­hän­gig Beschäf­tig­ten den Krieg erklärt.

Mäch­ti­ge hal­ten Zeit für reif, Tarif­ver­trä­ge und sozia­le Siche­rungs­sys­te­me einzustampfen.
Wäh­rend super­rei­che Aktio­nä­re wei­ter­hin mit vie­len Mil­li­ar­den bedient wer­den, sol­len wir die Rech­nung für Manage­ment­feh­ler und das wirt­schafts­po­li­ti­sche Staats­ver­sa­gen bezah­len. Wie­der ein­mal wird behaup­tet, wir sei­en zu teu­er, zu unfle­xi­bel, zu oft krank und wür­den zu wenig leisten.

Des­halb sol­len wir län­ger und mehr arbei­ten, spä­ter in Ren­te gehen und wei­te­re Ein­schnit­te hin­neh­men. Dabei sind es die Mil­lio­nen von Beschäf­tig­ten, die mit ihrer Arbeit Pro­duk­ti­on und Dienst­leis­tung am Lau­fen hal­ten und den gesell­schaft­li­chen Reich­tum erar­bei­ten. Die Beschäf­tig­ten sind nicht das Pro­blem. Sie sind jeden Tag der Grund dafür, dass die­ses Land über­haupt funktioniert.

Wahr­schein­lich haben vie­le von uns zu lan­ge an die „Sozi­al­part­ner­schaft“ geglaubt. Denn die Rea­li­tät sieht schon lan­ge anders aus. Die Unter­neh­mer­ver­bän­de, die Bun­des­re­gie­rung und wir Beschäf­tig­ten ver­fol­gen offen­sicht­lich sehr unter­schied­li­che Inter­es­sen:

Sie wol­len auf unse­ren Kos­ten ihre Kri­se über­win­den und ihre Pro­fi­te sichern oder sogar aus­wei­ten. Wir dage­gen wol­len ein wür­di­ges Leben mit guten Arbeits­be­din­gun­gen, sozia­ler Sicher­heit, Gesund­heit und Frieden.

Inter­es­sen­ge­gen­satz erfor­dert Widerstand
Wer heu­te noch so tut, als säßen Beschäf­tig­te, Gewerk­schaf­ten und Unter­neh­mer im sel­ben Boot, ver­schließt die Augen vor der Wirk­lich­keit in den Betrie­ben. Wir erle­ben täg­lich, dass wir in einer Klas­sen­ge­sell­schaft leben. Wir erle­ben, dass die Inter­es­sen von Beschäf­tig­ten und die Inter­es­sen von Kon­zern­vor­stän­den immer häu­fi­ger dia­me­tral gegenüberstehen.
Die Angrif­fe wer­den nicht auf­hö­ren, wenn wir still­hal­ten. Unse­re Inter­es­sen wer­den nicht dadurch ver­wirk­licht, dass wir die Gegen­sät­ze zwi­schen Kapi­tal und Arbeit aus­blen­den. Sie wer­den durch Pro­test, Wider­stand und not­falls Streik durch­ge­setzt. Nur so wur­den unse­re Rech­te erkämpft und nur so kön­nen sie ver­tei­digt wer­den. Die Errun­gen­schaf­ten, die Gene­ra­tio­nen von Kolleg:innen vor uns hart erkämpft haben, dür­fen wir uns nicht kampf­los aus der Hand neh­men las­sen. Wenn wir heu­te zurück­wei­chen, wer­den mor­gen nicht nur die nächs­ten Angrif­fe folgen.

Rechts­ten­den­zen kom­men nicht von ungefähr
Mit Akzep­tanz von Ver­schlech­te­run­gen im Rah­men einer Agen­da für den „Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land“ tra­gen wir zu wei­te­rer Unzu­frie­den­heit in der Gesell­schaft bei und för­dern die Grund­stim­mung, unter der die AfD wei­ter anwächst. Men­schen wen­den sich nicht nach rechts, weil Gewerk­schaf­ten zu kämp­fe­risch sind, son­dern weil sie zuneh­mend den Ein­druck gewin­nen, dass nie­mand ihre sozia­len und gesell­schaft­li­chen Inter­es­sen wahr­nimmt. Das Groß­ka­pi­tal konn­te und kann sich immer mit auto­ri­tä­ren, anti­de­mo­kra­ti­schen Sys­te­men arran­gie­ren, lohn­ab­hän­gig Beschäf­tig­te sind dage­gen immer die Opfer der­sel­ben. Die Gewerk­schaf­ten dür­fen sich nicht noch ein­mal durch Untä­tig­keit mit­schul­dig machen.

Plakat "GEGENWEHR JETZT!".

Pla­kat “GEGENWEHR JETZT!”.

Wir sagen des­halb: Unse­re Errun­gen­schaf­ten sind nicht verhandelbar!
• Hän­de weg vom Acht­stun­den­tag! Der Acht­stun­den­tag ist kei­ne ver­al­te­te Vor­schrift. Er ist eine der größ­ten sozia­len Errun­gen­schaf­ten der Gewerk­schafts­be­we­gung. Wir haben ihn erkämpft und wir wer­den ihn verteidigen.
• Hän­de weg von der 35-Stun­den-Woche! Arbeits­zeit­ver län­ge­rung hat wei­te­ren Per­so­nal­ab­bau zur Fol­ge und ist des halb kein Bei­trag zur Lösung der Kri­se, son­dern ein Angriff auf Beschäftigte.
• Hän­de weg von unse­rer Ren­te! Kei­ne wei­te­re Erhö­hung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters. Kein Angriff auf die abschlags­freie Ren­te nach 45 Bei­trags­jah­ren. Die ver­block­te Alters­teil­zeit muss bleiben.
• Hän­de weg von wei­te­rem Sozi­al­ab­bau! Unser Sozi­al­sys­tem darf nicht zuguns­ten einer mil­li­ar­den­schwe­ren Kriegs­wirt­schaft geop­fert werden.
• Hän­de weg von unse­ren Tarif­ver­trä­gen und Arbeits­plät­zen! Schluss mit Stel­len­ab­bau, Werks­schlie­ßun­gen und Ver­schlech­te­rung unse­rer Arbeitsstandards.

Mer­ce­des, VW und ande­re Groß­kon­zer­ne dür­fen nicht zum Ramm­bock einer all­ge­mei­nen Offen­si­ve gegen tarif­li­che und sozia­le Stan­dards werden.

Gegen Klas­sen­kampf von oben mit kon­se­quen­tem Wider­stand von unten
Es ist gut, dass ver.di Pro­tes­te zur Ver­tei­di­gung des Sozi­al­staats orga­ni­siert. Es ist gut, dass die IG Metall am 21. Sep­tem­ber zu einem Akti­ons­tag in der Auto- und der Zulie­fer­indus­trie aufruft.

Es ist gut, dass der DGB am 26. Sep­tem­ber bun­des­weit Demos orga­ni­siert. Das alles wird aber nicht rei­chen. Es kön­nen nur ers­te Schrit­te in Rich­tung eines kon­se­quen­ten Wider­stands sein.

Wir brau­chen Gewerk­schaf­ten als wirk­li­che Gegenmacht
Wir müs­sen dem Klas­sen­kampf von oben unse­ren ent­schlos­se­nen gemein­sa­men gewerk­schaft­li­chen Wider­stand entgegensetzen!

Dafür brau­chen wir Gewerk­schaf­ten, die…
… mehr Mit­spra­che der gewerk­schaft­li­chen Basis – ihrer Mit­glie­der – zulassen.
… statt Rück­zug auf Tarif­run­den wie­der mehr gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung übernehmen.
… den Men­schen nach­hal­tig Hoff­nung geben, weil sie ihre Inter­es­sen kon­se­quent vertreten.
… sich nicht auf fau­le Kom­pro­mis­se ein­las­sen, son­dern wie­der mit allen Mit­teln kämpfen.
… kei­ne Angst vor sozia­lem Unge­hor­sam haben, son­dern den­sel­ben mit organisieren.

Denn eines ist heu­te so wahr, wie vor Jahrzehnten:

Wer kämpft, kann ver­lie­ren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Wer aber ent- und geschlos­sen kämpft wird gewinnen!

Des­halb unter­schreibt jetzt für: GEGENWEHR JETZT!

Für Kampf­be­reit­schaft statt Anpas­sung – für unse­re Rech­te, unse­re Lebens­stan­dards und unse­re Zukunft.


Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Okto­ber 2026
Tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.