Konferenz „Betriebsräte im Visier“ am 10. Oktober in Mannheim
H. N.
Am Samstag, den 10. Oktober 2026, findet zum dreizehnten Mal im Mannheimer Gewerkschaftshaus die bundesweite Konferenz „Betriebsräte im Visier – Bossing, Mobbing & Co.“ statt. In immer mehr Unternehmen wird BR-Mobbing und Gewerkschaftsbekämpfung als „normal“ angesehen.

Solidarität gegen BR-Mobbing in Mannheim, 17. September 2026. (Foto: Privat.)
Bei den diesjährigen Betriebsratswahlen hat das Komitee „Solidarität gegen BR-Mobbing!“ eine weitere Radikalisierung der Bosse und der von ihnen eingesetzten Unrechtsanwälte feststellen müssen. Bereits im Vorfeld der Wahlen häuften sich die Versuche, deren gesetzlich geregelte Durchführung zu be- oder sogar zu verhindern.
Mit Verleumdungen, systematischer Einschüchterung und Verdachtskündigungen gingen Manager und ihre Handlanger gegen aktive BR- und Gewerkschaftsmitglieder vor. Viele wurden durch langanhaltendes Mobbing so zermürbt, dass sie nicht mehr kandidierten oder sogar das Unternehmen verließen.
In der Einladung zur Konferenz heißt es: „In Einzelfällen kam es sogar zur betrügerischen Insolvenz, um sich des Betriebsrats und der Tarifbindung zu entledigen. Solche illegalen Machenschaften konnten manchmal erfolgreich gestoppt werden. Aber die Breite und Hemmungslosigkeit der Angriffe auf Menschen, die ihre Rechte aus dem Betriebsverfassungsgesetz wahrnehmen, ist alarmierend. Seitens der Bundesregierung und der Landesregierungen wird dieser Skandal weiterhin ignoriert.“
Faschistisches Arbeitsunrecht
Bis heute wirkt hierzulande das faschistische Arbeitsunrecht unter anderem durch Verdachtskündigungen nach. Das ist für die Herrschenden und ihre politischen Vertretungen jedoch keine Kümmernis. Die veröffentlichte Meinung interessiert sich in der Regel weder dafür noch für den Fakt, dass nur noch knapp 40 % aller Beschäftigten von einem Betriebs- bzw. Personalrat vertreten werden.
In der Entschließung der letztjährigen Tagung haben die Teilnehmer:innen festgestellt: „Widerstand gegen diese skandalösen Zustände ist angesagt. Wir bekräftigen deshalb die Feststellung […]: ‚Es ist zwingend erforderlich, demokratische Gegenmacht in der Arbeitswelt zu stärken. Sie ist wesentlich, um Betriebsrats- und Gewerkschaftsbekämpfung, die sich verschärfenden Angriffe auf Arbeitsplätze und den auch dadurch weiter geförderten bedrohlichen Rechtsruck stoppen zu können.‘ Dazu aufgerufen sind alle demokratischen Kräfte, insbesondere aber wir mit unseren Gewerkschaften.“
Mit der bevorstehenden Zusammenkunft wollen die Veranstalter:innen „einen weiteren Beitrag zur Stärkung der bundesweiten Zusammenarbeit gegen BR-Mobbing und Gewerkschaftsbekämpfung leisten“. Vor allem aber soll „erneut ein solidarisches Forum zum persönlichen Austausch von Erfahrungen und zur praktischen Unterstützung“ angeboten werden.
Wegen des begrenzten Platzangebots ist eine rechtzeitige schriftliche Anmeldung an die Veranstalter:innen sehr sinnvoll.
