Gegen­wehr jetzt!

Regie­rung & Bos­se stoppen!

 

U. D.

Trotz ihrer Nie­der­la­gen bei den Wah­len in Sach­sen-Anhalt, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Ber­lin hal­ten die Regie­rungs­par­tei­en CDU/CSU und SPD an ihrer Poli­tik im Inter­es­se der Rei­chen und der Kon­zer­ne fest: sozia­ler Kahl­schlag, schlech­te­re Arbeits­ge­set­ze, Auf­rüs­tung, Natio­na­lis­mus, mehr staat­li­che Über­wa­chung und Abschot­tung gegen Asyl- und Schutzsuchende.

DGB-Demo in Stuttgart, 26. September 2026. (Foto: Helmut Roos.)

DGB-Demo in Stutt­gart, 26. Sep­tem­ber 2026. (Foto: Hel­mut Roos.)

Die­se Wah­len haben erneut gezeigt, dass sich in Deutsch­land der Rechts­ruck und der auf­halt­ba­re Auf­stieg der AfD dra­ma­tisch fort­set­zen. Dar­über darf auch der Wahl­sieg der Par­tei DIE LINKE in Ber­lin nicht hin­weg­täu­schen. Die­se Ent­wick­lung hat meh­re­re Gründe.

Neo­li­be­ra­ler Irrsinn
Seit Jahr­zehn­ten setzt die nach rechts rücken­de „bür­ger­li­che Mit­te“ neo­li­be­ra­le Ideen um: Der inter­na­tio­na­le Waren- und Kapi­tal­ver­kehr wur­de dere­gu­liert und die Ver­la­ge­rung von Stand­or­ten ver­ein­facht. Kapi­tal und Unter­neh­men wur­den immer mehr von gesetz­li­chen Auf­la­gen und Steu­ern „befreit“. Gleich­zei­tig wur­den und wer­den welt­weit die öffent­li­che Daseins­vor­sor­ge und die Rech­te der arbei­ten­den Klas­sen angegriffen.

Die Fol­gen sind ver­hee­rend. Die Kli­ma­ka­ta­stro­phe wird beschleu­nigt. Die glo­ba­le Kon­kur­renz ver­schärft sich. Auf­rüs­tung und Kriegs­trei­be­rei erhö­hen die Kriegs­ge­fahr. Die enor­me Kon­zen­tra­ti­on von Reich­tum und Macht wächst wei­ter. Die extre­me Rech­te gewinnt bedroh­lich an Zustimmung.

Neo­li­be­ra­le Lähmung
Die sozia­lis­ti­sche Idee wur­de durch sta­li­nis­ti­schen Ter­ror und sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Ver­rat dis­kre­di­tiert. In der orga­ni­sier­ten Gewerk­schafts­be­we­gung kämpft heu­te nur noch eine Min­der­heit für einen soli­da­ri­schen, öko­lo­gi­schen und räte­de­mo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus. Statt­des­sen hat die Mehr­heit ihrer Füh­rung Tei­le der neo­li­be­ra­len Ideen über­nom­men und setzt auf das „sozi­al­part­ner­schaft­li­che“ Ent­ge­gen­kom­men von Bos­sen und Regie­rung statt auf die eige­ne Kampfkraft.

Daher ist es kein Wun­der, dass das poli­ti­sche Klas­sen­be­wusst­sein und die Kampf­fä­hig­keit der arbei­ten­den Klas­se wei­ter zurück­ge­hen. Dies hat den Spiel­raum für rechts­extre­me und faschis­ti­sche Par­tei­en erheb­lich vergrößert.

DGB-Demo in Stuttgart, 26. September 2026. (Foto: Helmut Roos.)

DGB-Demo in Stutt­gart, 26. Sep­tem­ber 2026. (Foto: Hel­mut Roos.)

Die Bos­se machen ernst
Die­se Ent­wick­lung nut­zen die Bos­se aus und grei­fen mas­siv die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen der arbei­ten­den Klas­se an. Längst haben sie die vor­ge­täusch­te „Sozi­al­part­ner­schaft“ durch den offe­nen Klas­sen­kampf von oben ersetzt.

So for­dern sie unter ande­rem noch fle­xi­ble­re und län­ge­re Arbeits­zei­ten, wei­te­re Ver­schlech­te­run­gen beim Arbeits­recht, beim Kün­di­gungs­schutz, beim betrieb­li­chen Umwelt- und Gesund­heits­schutz und bei der Mit­be­stim­mung, noch mehr Sozi­al­ab­bau, noch weni­ger Kon­trol­le und wei­te­re Steuersenkungen.

Sie ver­nich­ten in Deutsch­land hun­dert­tau­sen­de tarif­lich abge­si­cher­te Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze; allein 2025 waren es mehr als 120.000. Sie trans­fe­rie­ren Kapi­tal und ver­la­gern Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in ande­re Län­der, weil sie dort noch höhe­re Pro­fi­te wittern.

Regie­rung & Bos­se stop­pen
Ange­sichts die­ser Ent­wick­lung drängt die Zeit. Nur ein brei­ter und soli­da­ri­scher Wider­stand bis hin zum Gene­ral­streik kann letzt­end­lich die Angrif­fe von Bos­sen und Regie­rung und den bedroh­li­chen Auf­schwung der extre­men Rech­ten stoppen.

Dazu muss in Arbeits­welt und Gewerk­schaf­ten die Kampf- und Streik­be­reit­schaft gestärkt wer­den. Gewerk­schaft­li­che Akti­ons­ta­ge wie am 26. Sep­tem­ber 2026 sind dafür wich­ti­ge Schrit­te. Doch „schmerz­freie“ Sams­ta­ge rei­chen nicht aus. Not­wen­dig sind Aktio­nen wäh­rend der Arbeits­zeit: wie­der­hol­te Tor­ak­tio­nen, zusätz­li­che Betriebs­ver­samm­lun­gen oder die Ableh­nung von Über­stun­den durch Betriebs­rä­te. Dabei kann nicht nur der Zusam­men­hang von betrieb­li­chen, sozia­len und poli­ti­schen Angrif­fen ver­deut­licht wer­den, son­dern auch die Not­wen­dig­keit der gewerk­schaft­li­chen Gegen­wehr bis hin zum Streik.

Mit der Peti­ti­on „Gegen­wehr jetzt!“ (GEGEN WEHR JETZT!) kön­nen wir auf die­sem Weg vor­an­kom­men, akti­ons­be­rei­te Kolleg:innen ver­net­zen und die inner­ge­werk­schaft­li­che Dis­kus­si­on um kämp­fe­ri­sche Ant­wor­ten voranbringen.

War­ten wir nicht län­ger ab. Set­zen wir dem „Klas­sen­kampf von oben“ unse­ren „Klas­sen­kampf von unten“ ent­ge­gen. Über­all wo wir leben, ler­nen und arbeiten.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Okto­ber 2026
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