„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“
H. S.
Auch in diesem Jahr fanden am 1. September in Mannheim Veranstaltungen zum Antikriegstag statt. Am Nachmittag führte eine Demo vom Plankenkopf zur Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz. Am Abend folgte eine Kulturveranstaltung im Haus der Evangelischen Kirche.

Demo zum Antikriegstag in Mannheim, 1. September 2026. (Foto: Helmut Roos.)
Die Demonstration, an der sich trotz der frühen Uhrzeit etwa 200 Menschen beteiligten, wurde unterstützt von Friedensbündnis Mannheim, DIDF, ISO Rhein-Neckar, Nahostgruppe Mannheim und der IG BCE Ortsgruppe Weinheim.
Die Kulturveranstaltung mit rund 150 Besucher:innen wurde von DGB Mannheim, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, NaturFreunde, DFG-VK, VVN-BdA, KAB und Ökumenisches Bildungszentrum sanctclara ausgerichtet.
Positiv war, dass viele der Demonstrierenden auch an der Kulturveranstaltung teilnahmen. Dies sollte dazu führen, dass künftig − trotz zum Teil unterschiedlicher Auffassungen − die Kriegsgegner:innen in Mannheim wieder mehr zusammenarbeiten und sich noch besser vernetzen. Dieser Wunsch nach stärkerer Kooperation der Friedenskräfte wurde sowohl in den Redebeiträgen bei der Demonstration und bei der Abschlusskundgebung als auch in den Ansprachen auf der Kulturveranstaltung deutlich.
Bei der Kundgebung auf dem Marktplatz gab es vier kurze Redebeiträge. Nalan Erol (DIDF) kritisierte die beabsichtigte Einführung der „Wehrpflicht“. Johannes Hauber (Nahostgruppe Mannheim) sprach zur verheerenden Lage in Palästina und kritisierte die deutsche Unterstützung Israels mit Waffenlieferungen. Manfred Hübner (DFG-VK) informierte über die Auswirkungen des Ukrainekrieges auf die Situation von Soldaten und Deserteuren. Hel- mut Schmitt (ISO Rhein-Neckar) verwies auf die sozialen Kosten der massiven Aufrüstung. Abschließend informierte eine Vertreterin des Offenen Treffens gegen Militarisierung und Krieg über das zeitgleich in Köln stattfindende Camp „Rheinmetall entwaffnen“.

Kultur zum Antikriegstag in Mannheim, 1.9.2026. (Foto: H. S.)
„… die Krieger in die Irre führen“
Unter diesem Motto stand die abendliche Kulturveranstaltung. Sie wurde durch Ansprachen von Max Heßlein (KdA) und Sabine Leber-Hoischen (DGB) eingeleitet. Max Heßlein beeindruckte mit seiner Kritik an der „kriegstüchtigen“ deutschen Militärpolitik nach der „Zeitenwende“ und deren fehlender Friedensperspektive.
Monika-Margret Steger, Bernd Köhler und Einhart Klucke befassten sich gemeinsam in faszinierender Weise mit der Frage von Krieg und Frieden als fast zeitlosem und stetigem Gegensatz. Mit Texten und Liedern von Bert Brecht, Bob Dylan und weniger Bekannten thematisierten sie den Krieg und dessen zerstörerische Folgen. „Die Krieger“ und ihre endlos wiederholte Behauptung, mit waffentechnischer Überlegenheit Kriege verhindern zu können, führten sie „in die Irre“.
Der starke Beifall am Ende ihres Auftritts zeigte den großen Zuspruch des Publikums für die inhaltliche und künstlerische Ausgestaltung des Abends.
Die politische Botschaft dieses Antikriegstages war, sich dem Zeitgeist der Militarisierung zu widersetzen und somit den Kampf für Frieden und gegen Sozialabbau stärken zu können.
