Gerech­tig­keit erkämpfen!“

Kon­fe­renz „Betriebs­rä­te im Visier“ am 10. Okto­ber 2026

 

S. K.

Am 10. Okto­ber 2026 fin­det im Mann­hei­mer Gewerk­schafts­haus ab 13 Uhr, die bereits 13. bun­des­wei­te Kon­fe­renz „Betriebs­rä­te im Visier – Bos­sing, Mob­bing & Co.“ statt.

Protest vor der BDA-Zentrale in Berlin, 4. Mai 2024. (Foto: Privat.)

Pro­test vor der BDA-Zen­tra­le in Ber­lin, 4. Mai 2024. (Foto: Privat.)

Mit Gewerk­schafts­be­kämp­fung und BR-Mob­bing ver­nich­tet die Kapi­tal­sei­te das Enga­ge­ment zahl­lo­ser akti­ver Betriebs­rä­te. Trotz die­ser bedroh­li­chen Ent­wick­lun­gen blei­ben poli­ti­sche Reak­tio­nen prak­tisch aus. Das Mann­hei­mer Soli­ko­mi­tee kri­ti­siert, dass Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­re­gie­run­gen den Skan­dal des BR-Mob­bing wei­ter­hin igno­rie­ren, obwohl nur noch 40 Pro­zent der Beschäf­tig­ten durch Betriebs- oder Per­so­nal­rä­te ver­tre­ten werden.

In Zusam­men­hang mit den BR-Wah­len 2026 haben sich die Angrif­fe auf akti­ve Betriebs­rats­mit­glie­der deut­lich ver­schärft. Das Mann­hei­mer Soli­ko­mi­tee spricht von einer „alar­mie­ren­den Hem­mungs­lo­sig­keit“ gegen­über Men­schen, die ihre gesetz­li­chen Rech­te wahrnehmen.

Tes­la − die Spit­ze des Eisbergs
Für den Faschis­ten­freund Musk dür­fen Tarif­ver­trä­ge und Betriebs­rä­te, die die­sen Namen ver­die­nen, kei­nen Platz in sei­ner „Giga­fac­to­ry Ber­lin-Bran­den­burg“ haben. In Trump-Manier schwa­dro­nier­te er vom Wachs­tum der Fabrik zum größ­ten Indus­trie­kom­plex in Euro­pa. Die­se „groß­ar­ti­ge“ Visi­on sei aller­dings be- droht, „wenn exter­ne Orga­ni­sa­tio­nen die Din­ge in die fal­sche Rich­tung trei­ben“ und „uns von außen das Leben schwer gemacht wird“.

Schon im Vor­feld der BR-Wah­len beein­fluss­te das Tes­la-Manage­ment die Beleg­schaft mas­siv. Es warn­te vor der Wahl der IG Metall-Lis­te in Ver­samm­lun­gen und in Ein­zel­an­spra­chen durch Vor­ge­setz­te. Letz­te­re ver­teil­ten Anste­cker mit der Auf­schrift „Giga Ja − Gewerk­schaft Nein“. Medi­en­wirk­sam wur­de das Abfüh­ren eines Gewerk­schafts­se­kre­tärs aus dem Betrieb insze­niert. Sprü­che gegen die IGM beschall­ten, ganz in der Tra­di­ti­on tota­li­tä­rer Sys­te­me, die Tesla-Arbeiter:innen − sogar auf den Toiletten.

Der Ver­such der IG Metall, bei den Betriebs­rats­wah­len Anfang März 2026 in die­sem rie­si­gen Auto­werk mit rund 11.000 Beschäf­tig­ten end­lich die Mehr­heit im BR-Gre­mi­um zu errei­chen, schei­ter­te erneut.

Elf Lis­ten waren zur Wahl ange­tre­ten. Die Lis­te „IG Metall - Tes­la Workers GFFB“ wur­de zwar dank eines enga­gier­ten Wahl­kampfs und erheb­li­cher orga­ni­sa­to­ri­scher Anstren­gun­gen zweit­stärks­te Kraft mit 13 BR-Man­da­ten. Die meis­ten Stim­men erhielt jedoch die Lis­te der durch die Fir­men­lei­tung von außen ange­heu­er­ten bis­he­ri­gen BR-Vor­sit­zen­den Schmitz. Auf das unter ihrer Kon­trol­le for­mier­te Bünd­nis „Giga United“ der zehn gel­ben, gewerk- schafts­feind­li­chen Lis­ten fie­len 24 der 37 Sit­ze im BR-Gremium.

Wider­stand gegen Willkür?
Drei Wochen nach der Bekannt­ga­be des BR-Wahl­er­geb­nis­ses bei Tes­la, kamen dann aus der Frank­fur­ter IGM-Zen­tra­le über­ra­schen­de Töne. Die Gewerk­schaft ver­kün­de­te die Anfech­tung der BR-Wahl bei Tes­la nach § 19 Betriebsverfassungsgesetz.

Die Ers­te Vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft, Chris­tia­ne Ben­ner, ließ sich so zitie­ren: „Der Ein­druck, dass die Wahl bei Tes­la durch Dro­hun­gen beein­flusst wur­de, ist zu schwer­wie­gend, als dies nicht gericht­lich zu klä­ren.“ Kein Widerspruch!

Wenn sie aber „drin­gend noch wirk­sa­me­res gesetz­li­ches Vor­ge­hen gegen Uni­on Bus­ting“ ein­for­dert, dann ist sie dar­an zu erin­nern, dass dies bereits der 23. Ordent­li­che Gewerk­schafts­tag der IG Metall im Okto­ber 2015 beschlos­sen hat.

BR-Mob­bing stoppen!
Mit der Mann­hei­mer Tagung am 10. Okto­ber wol­len die Ver­an­stal­ter kla­re Zei­chen set­zen − für die Durch­set­zung demo­kra­ti­sche Rech­te in der Arbeits­welt und ein Ende die Bekämp­fung von gewerk­schaft­lich Akti­ven. Zudem sol­len der soli­da­ri­sche Erfah­rungs­aus­tausch und die Ver­net­zung prak­ti­scher Unter­stüt­zung wei­ter gestärkt werden.

Neben der Ana­ly­se von Erfol­gen bei BR-Wah­len trotz Mob­bings und der Lage in Musks Tes­la-Impe­ri­um steht die Stär­kung der betrieb­li­chen Gegen­macht auf dem sehr inter­es­san­ten Pro­gramm der Zusammenkunft.


Wei­te­re Infos gibt es hier:
https://gegen-br-mobbing.de/
https://www.instagram.com/br_soli/
https://mastodon.social/@gegenbrmobbing

Anmel­dung über fol­gen­de Adressen:
Per E-Mail
Per Post: Komi­tee „Soli­da­ri­tät gegen BR-Mob­bing!“, Speye­rer Str. 14, 68163 Mannheim


Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Sep­tem­ber 2026
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