Oster­marsch Mann­heim 2026

Frie­den durch Völkerrecht“

Unter dem Mot­to „Frie­den durch Völ­ker­recht“ fand am Oster­sams­tag, dem 4. April 2026, auch in Mann­heim wie­der der Oster­marsch des Oster­marsch­bünd­nis­ses statt. Rund 800 Men­schen betei­lig­ten sich sowohl an der Demons­tra­ti­on vom Para­de­platz durch die Innen­stadt als auch an der sich anschlie­ßen­den Kund­ge­bung am Alten Meß­platz. Das waren unge­fähr dop­pelt so vie­le Men­schen wie im letz­ten Jahr.


Ostermarsch in Mannheim, 4. April 2026. (Foto: Helmut Roos.)

Oster­marsch in Mann­heim, 4. April 2026. (Foto: Hel­mut Roos.)

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit erzeug­ten die Perkussionist:innen des Mann­hei­mer Trom­mel­pa­las­tes, die rhyth­misch und laut­stark der Demo vor­an­gin- gen. Auch die musi­ka­li­sche Beglei­tung des Pro­test­zugs durch den Chor „Trotz alle­dem“ erreg­te viel Interesse.

Iran, Ukrai­ne, Sudan …
Inhalt­lich war der dies­jäh­ri­ge Oster­marsch vor allem geprägt durch den aktu­el­len amerikanisch/israelischen Angriffs­krieg auf den Iran, aber auch ande­re aktu­el­le Krie­ge, zum Bei­spiel in der Ukrai­ne oder im Sudan, wur­den angesprochen.

Haupt­the­men bei der Abschluss­kund­ge­bung waren neben der sich zuspit­zen­den Kriegs­trei­be­rei die For­de­run­gen nach Frie­den und der Ein­hal­tung des Völ­ker­rechts, die Auf­rüs­tung der Bun­des­wehr und deren enor­me sozia­le Fol­ge­kos­ten sowie die Ein­füh­rung der „Wehr­pflicht“ und die Mili­ta­ri­sie­rung der Gesellschaft.

Anspra­chen hiel­ten Max Heß­lein, Wirt­schafts- und Sozi­al­pfar­rer des Kirch­li­chen Diensts in der Arbeits­welt in Mann­heim, Felix Leon­hardt, Mit­glied des Bun­des­vor­stands der Fal­ken, Sybil­le Bro­si­us, Mit­glied bei Nat­Wiss und bei Sci­en­tists for Future, Kerim Kurt vom Meso­po­ta­mi­schen Kul­tur­ver­ein Mann­heim sowie der Haupt­red­ner Rei­ner Braun, lang­jäh­ri­ger Akti­vist der Frie­dens­be­we­gung und ehe­ma­li­ger Co-Prä­si­dent des Inter­na­tio­na­len Friedensbüros.

Sen­si­bi­li­tät für die Kriegsgefahr
Musi­ka­lisch umrahmt wur­de die Abschluss­kund­ge­bung durch die Musi­ke­rin­nen Rana und Mish­kaat, sowie durch den Lei­ter von „Rap­so­di“ Akin Demircioglu.
Natür­lich war die ISO Rhein-Neckar mit Fah­nen und einem Trans­pa­rent auf der Demo gut sicht­bar ver­tre­ten und außer­dem mit einem Stand auf dem Kund­ge­bungs­platz. Dort ver­teil­ten Akti­ve die ISO-Flug­blät­ter zum Oster­marsch und ver­kauf­ten unse­re Zei­tung Avan­ti².

Trotz der zuge­spitz­ten Situa­ti­on mit vie­len Krie­gen war der dies­jäh­ri­ge Oster­marsch von einer ins­ge­samt zuver­sicht­li- chen Stim­mung geprägt, weil auch bei der Bevöl­ke­rung in der Stadt eine erhöh­te Sen­si­bi­li­tät bezüg­lich die­ser The­ma­tik fest­stell­bar war. Dies macht Hoff­nung für die Zukunft.

Aus­zug aus der Rede von Max Heßlein
„Wenn ich die letz­ten Jah­re so beschaue, dann ist es in jedem Jahr, das wir zusam­men­kom­men, drän­gen­der und nöti­ger gewor­den, für den Frie­den ein­zu- tre­ten, weil sich die Krie­ge und Kon­flik­te, das Töten und Mor­den, die Gewalt der einen über die ande­ren immer wei­ter aus­brei­ten und nor­mal werden. […]

Ich habe neu­lich einen beson­de­ren Satz gele­sen. Er stammt von dem alten ita­lie­ni­schen Phi­lo­so­phen und Kom­mu­nis­ten Anto­nio Gramsci […]: ‚Die alte Welt liegt im Ster­ben, die neue ist noch nicht gebo­ren: Es ist die Zeit der Mons­ter.‘ Was für ein Satz, nicht wahr? Ursprüng­lich aus dem Jahr 1930, in dem Gramsci im Gefäng­nis der ita­lie­ni­schen Faschis­ten ein­ge­ker­kert war, ist er heu­te erschre­ckend aktu­ell. Auto­ri­tä­rer Natio­na­lis­mus, immer wei­ter zuneh­men­der Druck auf die aus­ge­beu­te- ten Klas­sen und die Nor­ma­li­sie­rung krie­ge­ri­scher Gewalt gehen Hand in Hand und gestal­ten gera­de eine Welt, die kei­ne Regeln und kein Recht mehr kennt, die das Leben klein­hält oder es voll­kom­men will­kür­lich zer­stört. Die­se Mons­ter för­dern den Kampf aller gegen alle, wie er in unse­rem poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Sys­tem eh schon ange­legt ist, in ein neu­es Extrem hinein. […]

Des­we­gen, lie­be Freun­din­nen und Freun­de, bau­en wir am Frieden […].

Kurz­um: Wir schaf­fen eine freie, glei­che, soli­da­risch-geschwis­ter­li­che Welt, in der nicht jede gegen jeden kämpft, son­dern allein das Leben und die gute Zukunft zählen.

Wir brau­chen eine neue Welt ohne Mons­ter. Also müs­sen wir die­se neue Welt bau­en. Sonst kommt sie nicht.“

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Mai 2026
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