Die unga­ri­sche Okto­ber­re­vo­lu­ti­on vor 70 Jahren

Arbei­ter­rä­te gegen Stalinismus

 

E. B.

Der Ungarn­auf­stand vor 70 Jah­ren begann am 23. Okto­ber 1956. An die­sem Tag demons­trier­ten Stu­die­ren­de fried­lich in Buda­pest für die demo­kra­ti­sche Umge­stal­tung des Lan­des nach dem Vor­bild Polens. 

Zerstörter T-34 Kampfpanzer im Budapest, November 1956.. (Foto: Gemeinfrei (CC BY-SA 3.0).

Zer­stör­ter T-34 Kampf­pan­zer im Buda­pest, Novem­ber 1956.. (Foto: Gemein­frei (CC BY-SA 3.0).

Zehn­tau­sen­de schlos­sen sich ihrem Pro­test­marsch an. Das sta­li­nis­ti­sche Regime ließ auf die Men­ge schie­ßen. Gegen die­se Gewalt ent­wi­ckel­te sich ein zunächst erfolg­rei­cher bewaff­ne­ter Wider­stand. Vor allem aber bil­de­ten sich in den Betrie­ben spon­tan Räte der Werk­tä­ti­gen. Sie über­nah­men in der Regel die Lei­tung der Fabri­ken, orga­ni­sier­ten die Pro­duk­ti­on und for­der­ten eine ech­te Arbei­ter­de­mo­kra­tie. Nicht zuletzt koor­di­nier­ten sie auch die Unter­stüt­zung für die kämp­fen­den Auf­stän­di­schen auf den Straßen.

Weni­ge Tage spä­ter bil­de­te sich eine neue Regie­rung unter dem „Reform­kom­mu­nis­ten“ Imre Nagy. Er ver­sprach die Ein­füh­rung einer Mehr­par­tei­en-Demo­kra­tie, die Unab­hän­gig­keit von der Sowjet­uni­on, die Neu­tra­li­tät Ungarns und den Aus­tritt aus dem War­schau­er Pakt. 
Für die Mos­kau­er Staats- und Par­tei­füh­rung war dies völ­lig unak­zep­ta­bel. Am 4. Novem­ber schlu­gen sowje­ti­sche Trup­pen die unga­ri­sche Okto­ber­re­vo­lu­ti­on blu­tig nie­der und instal­lier­ten ein pro­so­wje­ti­sches Regime. Das ließ hun­der­te Auf­stän­di­sche − dar­un­ter Imre Nagy − hin­rich­ten, Zehn­tau­sen­de ein­ker­kern und die Arbei­ter­rä­te sys­te­ma­tisch unterdrücken. 

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Novem­ber 2026
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