Frank­reichs Präsidentschaftswahlen

Phil­ip­pe Pou­tou ist dabei

E. B.

Im letz­ten Moment ist es dem ent­las­se­nen Ford­ar­bei­ter Phil­ip­pe Pou­tou und der NPA gelun­gen, die for­mel­le Zulas­sung für die ers­te Run­de der fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­wahl am 10. April 2022 zu erhalten.

Philippe Poutou (mit Kappe) beim Abschied von Alain Krivine in Paris, 21. März 2022 (Foto: Photothèque Rouge /Martin Noda / Hans Lucas).

Phil­ip­pe Pou­tou (mit Kap­pe) beim Abschied von Alain Kri­vi­ne in Paris, 21. März 2022 (Foto: Pho­to­t­hè­que Rouge /Martin Noda / Hans Lucas).

Die­ser Erfolg ist vor allem das Ergeb­nis einer enor­men, mona­te­lan­gen Anstren­gung hun­der­ter Genos­sin­nen und Genos­sen. Sie haben land­auf und land­ab die Rat­häu­ser klei­ner Orte besucht, um die 500 vor­ge­schrie­be­nen Stütz­un­ter­schrif­ten von gewähl­ten offi­zi­el­len Amts­trä­gern zu erhalten.

Der amtie­ren­de Staats­prä­si­dent Macron hat sich die­ses Mal erfolg­reich vor einem TV-Duell mit dem schlag­fer­ti­gen Pou­tou gedrückt. Somit ist der Kan­di­dat der NPA auf Ein­zel­in­ter­views meist mit pri­va­ten Fern­seh­sen­dern ange­wie­sen, um sein revo­lu­tio­nä­res Pro­gramm einem Mil­lio­nen­pu­bli­kum vor­stel­len zu können.

Gera­de in den letz­ten Tagen muss sich Phil­ip­pe dabei gegen stän­di­ge Unter­bre­chun­gen durch Moderator*innen weh­ren und ener­gisch ein­for­dern, dass er eine Fra­ge auch beant­wor­ten kann, bevor ihm eine neue gestellt wird.

Als gro­ßen Erfolg bewer­tet die NPA das Inter­es­se an den Wahl­ver­an­stal­tun­gen im gan­zen Land. Selbst in klei­ne­ren Städ­ten wol­len jeweils meh­re­re hun­dert, oft sehr jun­ge Men­schen Pou­tou hören. Zudem errei­chen die im Netz direkt über­tra­ge­nen Mee­tings zehn­tau­sen­de wei­te­rer Zuhö­re­rin­nen und Zuhörer.

Immer wie­der kri­ti­siert Phil­ip­pe scharf die gren­zen­lo­se Jagd nach noch mehr Pro­fi­ten. Sie führt, so Pou­tou, sowohl zur hem­mungs­lo­sen Berei­che­rung der Herr­schen­den als auch zur zuneh­men­den Ver­ar­mung der arbei­ten­den Klas­se. Je län­ger das Mensch und Natur zer­stö­ren­de kapi­ta­lis­ti­sche Sys­tem wei­ter­wir­ken kön­ne, des­to grö­ße­re Kata­stro­phen erzeu­ge es.

Der Bruch mit die­sen Ver­hält­nis­sen ist über­fäl­lig, davon sind Phil­ip­pe und die NPA über­zeugt. Aber er wird nicht in den Wahl­ur­nen statt­fin­den. Son­dern er wird über­all dort vor­be­rei­tet, wo sich die Aus­ge­beu­te­ten und Unter­drü­cken zusam­men­schlie­ßen und gemein­sam für ihre Inter­es­sen kämp­fen. Dazu will Pou­tous Kan­di­da­tur ermu­ti­gen (www.poutou2022.org/).

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar April 2022
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