1. Mai in Mannheim

Erst unse­re Jobs, dann eure Profite“?

 

E. B.

Min­des­tens 2.500 Kolleg:innen waren dem Auf­ruf des DGB Mann­heim zur Demo am 1. Mai 2026 gefolgt. Das waren mehr als dop­pelt so vie­le wie im letz­ten Jahr.

Statt auf dem tra­di­tio­nell genutz­ten Mann­hei­mer Markt­platz fand die­ses Mal die DGB-Fei­er erst­mals auf dem Alten Meß­platz statt. Zumin­dest hat die­se Ver­le­gung der dort gestar­te­ten Demo gut­ge­tan. Sie führ­te durch die beleb­te Mann­hei­mer Neckar­stadt. Ein Zwi­schen­stopp vor der nahe­ge­le­gen Eich­baum­braue­rei brach­te die Soli­da­ri­tät mit der von Arbeits­lo­sig­keit bedroh­ten Beleg­schaft zum Aus­druck. Danach ging es zurück zum Alten Meßplatz.

Auch das For­mat der dort abge­hal­te­nen Kund­ge­bung ent­hielt Neue­run­gen. Erst­mals gab es kei­ne Haupt­re­de. Aus­schließ­lich betrieb­lich und gewerk­schaft­lich Akti­ve bestrit­ten das bun­te Pro­gramm. Zen­tra­le The­men waren die Ver­tei­di­gung von Arbeits­plät­zen, der Kampf um gute Arbeits­be­din­gun­gen und die Abwehr der Angrif­fe von Kapi­tal und Regie­rung auf Arbeits­zeit und sozia­le Sicherungssysteme.

Nach dem Auf­takt mit Betriebs­rä­ten von Benz, Roche, Pepperl+Fuchs und John Dee­re kamen die Vor­sit­zen­de des Gesamt­per­so­nal­rats der Stadt Mann­heim und die Geschäfts­füh­re­rin von ver.di Rhein-Neckar zu Wort. Ein kapi­ta­lis­mus­kri­ti­sches Büh­nen­stück der Gewerk­schafts­ju­gend trug wesent­lich zum Erfolg der Kund­ge­bung bei. Zum Abschluss infor­mier­ten Kolleg:innen der GEW, der IGBCE, der IGBAU sowie des Über­be­trieb­li­chen Soli­ko­mi­tees über den zuneh­men­den Klas­sen­kampf von oben.

Der DGB-Kreis­vor­sit­zen­de Ralf Hel­ler mode­rier­te in gewohnt ent­spann­ter Manier gemein­sam mit sei­ner Stell­ver­tre­te­rin Sabi­ne Leber-Hoi­schen das Pro­gramm. Zahl­rei­che Info- und Imbiss-Stän­de umrahm­ten den Kundgebungsplatz.

Kri­tisch anzu­mer­ken sind aller­dings min­des­tens zwei Punk­te. Ers­tens trug die unpas­sen­de „musi­ka­li­sche“ Beschal­lung der ansons­ten gut gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung nicht zur Wie­der­be­le­bung einer wider­stän­di­gen Gewerk­schafts­kul­tur bei. Und zwei­tens star­te­te erneut noch wäh­rend der DGB-Kund­ge­bung die „Revo­lu­tio­nä­re 1. Mai-Demo“ und spal­te­te die gemein­sa­me Akti­on. Poli­ti­sches Sek­tie­rer­tum führt im Kampf für gewerk­schaft­li­che Wider­stän­dig­keit nicht zum Erfolg.

Link zum DGB-Video zum 1. Mai in Mann­heim.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Juni 2026
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