„Gewerkschaften müssen kämpfen“
O. T.
Die 1. Mai-Kundgebung des DGB in Weinheim fand wie schon in den Jahren zuvor auf dem Gelände des Minigolfplatzes an der Waidallee statt. Rund 100 Kolleg:innen waren dem Aufruf des DGB und der IGBCE Ortsgruppe Weinheim gefolgt.

DGB-Kundgebung in Weinheim, 1. Mai 2026. (Foto: IGBCE-OG Weinheim.)
Hauptrednerin war die Göttinger Soziologieprofessorin Nicole Mayer-Ahuja. Ihre sehr fundierten und mit viel Beifall bedachten Ausführungen geben wir in der Theorie- beilage dieser Avanti² wieder. Die Gruppe IG POP umrahmte mit einer modernen Interpretation alter Arbeiterlieder gekonnt diese außergewöhnliche Veranstaltung, die nicht nur wegen ihres besonders hohen inhaltlichen Niveaus von den Anwesenden als wirklich gelungen betrachtet wurde.
In seiner Eröffnungsansprache thematisierte der Vorsitzende der Ortsgruppe Weinheim, Helmut Schmitt, die aktuellen asozialen Angriffe der Bundesregierung auf Arbeitszeit, Gesundheit, Pflege und Rente: „Was hier als Reform und Stabilisierung verkauft wird, ist in Wahrheit eine Kampfansage an die Beschäftigten, Versicherten und Kranken.“
Der Vorsitzende der IGBCE Weinheim verwies auch auf die enorm wachsende Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen weniger Multimilliardäre wie Musk oder Thiel. Diese nutzen skrupellos ihre Kapitalmacht zur Kontrolle von Politik, Wirtschaft und Medien. Nicht zuletzt bekämpfen sie gleich- zeitig die Gewerkschaften.
Statt von einer „Sozialpartnerschaft“ zu träumen, müssen sich die Gewerkschaften laut Schmitt wieder auf ihre Traditionen als kämpferische Gegenmacht besinnen und nicht zuletzt die von der Willkür des fortwirkenden faschistischen Arbeitsunrechts betroffenen Kolleginnen und Kollegen wirksam schützen.
