Wehr­pflicht“ bekämpfen

Schul­streiks am 8. Mai verstärken!

 

O. T.

Mit dem „Wehr­dienst-Moder­ni­sie­rungs­ge­setz“, das seit dem 1. Janu­ar 2026 gilt, ist der Kriegs­dienst in die poli­ti­sche Debat­te zurück­ge­kehrt. Um „kriegs­tüch­tig“ zu wer­den und um die Bun­des­wehr zur stärks­ten euro­päi­schen Armee zu machen, soll nicht nur in Waf­fen inves­tiert wer­den, son­dern es soll auch das Per­so­nal mas­siv auf­ge­stockt werden.

Schulstreik in Mannheim, 5. März 2026. (Foto: KIM.)

Schul­streik in Mann­heim, 5. März 2026. (Foto: KIM.)

Hier­zu sol­len zual­ler­erst jun­ge Män­ner zunächst noch auf einer frei­wil­li­gen Grund­la­ge ein­ge­zo­gen wer­den. Die Mus­te­rung ab 18 Jah­ren ist aller­dings schon heu­te für alle Män­ner ver­pflich­tend. Der Kriegs­dienst wird, falls sich nicht genug Frei­wil­li­ge mel­den zu einer staat­li­chen Zwangs­ver­pflich­tung (für Frau­en soll er bis­her frei­wil­lig bleiben).

Vor die­sem Hin­ter­grund machen immer mehr jun­ge Men­schen von ihrem Recht auf Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rung Gebrauch. Laut dem zustän­di­gen Bun­des­amt für Fami­lie und zivil­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­ben (BAF­zA) haben im ers­ten Quar­tal 2026 2.656 Men­schen einen Antrag auf Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rung gestellt. Im gesam­ten Jahr 2024 waren es 2.998 und im Jahr 2025 ins­ge­samt 3.867 Menschen.

Jun­ge gegen Militarisierung
Die stei­gen­de Anzahl von Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rern ist gleich­zei­tig Aus­druck von zivi­lem Wider­stand gegen die Auf­rüs­tung und gegen die zuneh­men­de Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft. Dies wur­de auch deut­lich bei den Schul­streiks gegen die Wehr­pflicht am 5. Dezem­ber 2025 und am 5. März 2026. Zehn­tau­sen­de Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind dabei auf die Stra­ße gegan­gen, um – unter ande­rem auch in Hei­del­berg und Mann­heim – gegen die Wie­der­ein­füh­rung der „Wehr­pflicht“ und die ange­streb­te „Kriegs­tüch­tig­keit“ zu demons­trie­ren. Der nächs­te Schul­streik wird am 8. Mai 2026 stattfinden.

Feind­bild Russland
Die Regie­rung behaup­tet die „Wehr­pflicht“ und die Auf­rüs­tung sei­en not­wen­dig, um Sicher­heit gegen­über dem Feind Russ­land zu gewähr­leis­ten. Dabei exis­tiert die angeb­li­che Bedro­hung Deutsch­lands durch einen mili­tä­ri­schen Angriff Russ­lands gar nicht. Die­ser wird immer wie­der her­bei­ge­re­det und dient ledig­lich dazu, Kriegs­angst zu ver­brei­ten, um dadurch die Zustim­mung der Bevöl­ke­rung für die hohen Kos­ten der Auf­rüs­tung zu erhalten.

Die NATO ist Russ­land schon jetzt weit über­le­gen. Die Mili­tär­aus­ga­ben der NATO-Staa­ten sind zehn­mal so hoch wie die Russ­lands, die der euro­päi­schen NATO-Staa­ten mehr als drei­mal so hoch. Eine rea­le Kriegs­ge­fahr mit Russ­land gibt es dann, wenn Deutsch­land im Ukrai­ne­krieg durch eine noch stär­ke­re Unter­stüt­zung der Ukrai­ne zur unmit­tel­ba­ren Kriegs­par­tei würde.

Sozi­al­ab­bau wegen Aufrüstung
Sicher ist aber: Inves­ti­tio­nen und Aus­ga­ben für Mili­tär die­nen der Zer­stö­rung, sie ver­schwen­den Res­sour­cen und Arbeits­kraft, scha­den der Natur und machen die gro­ße Mehr­heit der Bevöl­ke­rung ärmer. Je mehr Geld für „Kriegs­tüch­tig­keit“ aus­ge­ge­ben wird, des­to weni­ger bleibt für Sozia­les übrig: für die Daseins­vor­sor­ge, für die zivi­le Infra­struk­tur, für Ren­ten, für die Löh­ne der Beschäf­tig­ten im Öffent­li­chen Dienst, im Bil­dungs­we­sen sowie den sozia­len Berei­chen und nicht zuletzt für die Bekämp­fung der Klimazerstörung.

Rüs­tung und Sozi­al­ab­bau sind zwei Sei­ten der­sel­ben Medail­le. Die­ser Kurs wird in den nächs­ten Jah­ren dra­ma­ti­sche Aus­wir­kun­gen auf die arbei­ten­de Klas­se haben und die ohne­hin schon zuneh­men­de Ver­ar­mung ver­schär­fen. Hin­zu kom­men die von Groß- kon­zer­nen ange­kün­dig­te Ver­nich­tung von Arbeits­plät­zen sowie die Angrif­fe auf Löh­ne, Arbeits­zei­ten und Arbeitsbedingungen.

Wach­sen­de Kriegsgefahr
Die brand­ge­fähr­li­che Auf­rüs­tungs­spi­ra­le muss gestoppt wer­den. Sie beschert nur der Rüs­tungs­in­dus­trie wei­te­re Rekord­ge­win­ne auf Kos­ten der Steuerzahler:innen. Sie wird die lau­fen­den Krie­ge nicht been­den, die inter­na­tio­na­len Span­nun­gen nicht auf­lö­sen, son­dern noch wei­ter zuspit­zen. Sie wird zukünf­ti­ge Krie­ge nicht ver­hin­dern, son­dern wahr­schein­li­cher machen.

Anti­mi­li­ta­ris­mus, inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät und Ver­stän­di­gung sind erfor­der­lich, um bestehen­de Kri­sen lösen zu kön­nen. Die 2.665 Mil­li­ar­den Euro, die 2025 welt­weit für Mili­tär aus­ge­ge­ben wur­den, wer­den drin­gend benö­tigt für die Bewäl­ti­gung der ele­men­ta­ren Mensch­heits­pro­ble­me: die Bekämp­fung der Kli­ma­ka­ta­stro­phe, der Armut und der feh­len­den Bildung!

Um Auf­rüs­tung und Kriegs­trei­be­rei stop­pen zu kön­nen, bedarf es einer star­ken, inter­na­tio­nal ver­netz­ten anti­mi­li­ta­ris­ti­schen Bewe­gung. Gewerk­schaf­ten, Kli­ma­ge­rech­tig­keits­bünd­nis­se, sozia­le und poli­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen müs­sen sich die­ser Auf­ga­be stel­len. Kon­kret gilt es jetzt, die Schul­streiks am 8. Mai 2026 zu unterstützen.

Aus Avan­ti² Rhein-Neckar Mai 2026
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