„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“?
E. B.
Mindestens 2.500 Kolleg:innen waren dem Aufruf des DGB Mannheim zur Demo am 1. Mai 2026 gefolgt. Das waren mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr.
- DGB-Demo in Mannheim, 1. Mai 2026. (Foto: Helmut Roos.)
- DGB-Kundgebung in Mannheim, 1. Mai 2026. (Foto: Helmut Roos.)
- DGB-Demo in Mannheim, 1. Mai 2026. (Foto: Helmut Roos.)
- DGB-Kundgebung in Mannheim, 1. Mai 2026. (Foto: Helmut Roos.)
Statt auf dem traditionell genutzten Mannheimer Marktplatz fand dieses Mal die DGB-Feier erstmals auf dem Alten Meßplatz statt. Zumindest hat diese Verlegung der dort gestarteten Demo gutgetan. Sie führte durch die belebte Mannheimer Neckarstadt. Ein Zwischenstopp vor der nahegelegen Eichbaumbrauerei brachte die Solidarität mit der von Arbeitslosigkeit bedrohten Belegschaft zum Ausdruck. Danach ging es zurück zum Alten Meßplatz.
Auch das Format der dort abgehaltenen Kundgebung enthielt Neuerungen. Erstmals gab es keine Hauptrede. Ausschließlich betrieblich und gewerkschaftlich Aktive bestritten das bunte Programm. Zentrale Themen waren die Verteidigung von Arbeitsplätzen, der Kampf um gute Arbeitsbedingungen und die Abwehr der Angriffe von Kapital und Regierung auf Arbeitszeit und soziale Sicherungssysteme.
Nach dem Auftakt mit Betriebsräten von Benz, Roche, Pepperl+Fuchs und John Deere kamen die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Stadt Mannheim und die Geschäftsführerin von ver.di Rhein-Neckar zu Wort. Ein kapitalismuskritisches Bühnenstück der Gewerkschaftsjugend trug wesentlich zum Erfolg der Kundgebung bei. Zum Abschluss informierten Kolleg:innen der GEW, der IGBCE, der IGBAU sowie des Überbetrieblichen Solikomitees über den zunehmenden Klassenkampf von oben.
Der DGB-Kreisvorsitzende Ralf Heller moderierte in gewohnt entspannter Manier gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Sabine Leber-Hoischen das Programm. Zahlreiche Info- und Imbiss-Stände umrahmten den Kundgebungsplatz.
Kritisch anzumerken sind allerdings mindestens zwei Punkte. Erstens trug die unpassende „musikalische“ Beschallung der ansonsten gut gelungenen Veranstaltung nicht zur Wiederbelebung einer widerständigen Gewerkschaftskultur bei. Und zweitens startete erneut noch während der DGB-Kundgebung die „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ und spaltete die gemeinsame Aktion. Politisches Sektierertum führt im Kampf für gewerkschaftliche Widerständigkeit nicht zum Erfolg.
Link zum DGB-Video zum 1. Mai in Mannheim.




